Zwölf-Monats-Übersicht
Osteuropäische Anleihen treiben Rentenfonds an

So sieht ein komfortabler Vorsprung aus: Während der Durchschnitt der 71 Rentenfonds mit Schwerpunkt auf europäische Anleihen in den vergangenen zwölf Monaten ein knappes Minus verbuchte, legte der Uni Euro Aspirant von Union Investment mehr als fünf Prozent zu. Union Investment profitiert dabei vor allem von Anlagen in Ungarn, Polen und Tschechien.

HAMBURG. Damit liegt der Union-Fonds an der Spitze der zehn volumenstärksten Fonds dieser Kategorie, im Gesamtfeld belegt er Rang zwei (siehe Tabelle).

Der Aufwärtswind kam von Osten. „Ein Performancetreiber war die gute Kursentwicklung der polnischen und tschechischen Anleihen im Portfolio“, sagt Fondsmanagerin Barbara Eberhardt. Ab Mai trieb die Entwicklung osteuropäischer Währungen gegenüber dem Euro den Fondskurs zusätzlich an. Ungarische Forint und polnische Zloty sind mit 19 und 18 Prozent die größten Gewichtungen im Portfolio. Mit 17 Prozent folgen Anlagen in britischen Pfund und schließlich Euro-Anlagen mit 14 Prozent.

Ein komplett anderes Bild ergibt sich beim Blick auf das Portfolio des Europlus-Rent der österreichischen Raiffeisen Capital Management, in der Zwölf-Monats-Statistik der zehn größten Fonds auf Rang sechs. Beim Raiffeisen-Fonds bestreiten Euro-Anleihen mit fast 70 Prozent den Löwenanteil. Zloty und Forint spielen mit vier beziehungsweise zwei Prozent nur eine Nebenrolle. Für die relativ schwache Performance nennt Fondsmanager Andreas Bockberger neben dem fehlenden Rückenwind aus Osteuropa noch einen Grund: „Wir haben den Inflationsanstieg unterschätzt und im Zuge der Finanzkrise eher mit Leitzinssenkungen gerechnet.“ Die Positionierung sei entsprechend offensiv gewesen und im Umfeld steigender Zinsen nicht erfolgreich.

Der Fokus auf Euro-Anleihen im Raiffeisen-Fonds ist nicht das Ergebnis einer anderen Markteinschätzung, sondern entspricht dem Fonds-Charakter: Konvergenzmärkte bestreiten nur zehn Prozent des Vergleichsindex. „Ursprünglich haben wir osteuropäische Märkte zu maximal 7,5 Prozent beigemischt, seit dem ersten Quartal 2008 darf der Anteil zehn Prozent betragen“, erläutert Bockberger.

Für die weitere Entwicklung der Euro-Rentenmärkte gibt sich der Raiffeisen-Manager zuversichtlich. Kurzfristig sei das Potenzial zwar beschränkt, da die Zentralbank noch bremse, doch eine Leitzinssenkung erwartet er im nächsten Jahr. Auf Sicht von zwölf Monaten sieht er fallende Renditen. Für die Ostmärkte geht Bockberger weiter von einer Annäherung der Zinsen aus. Die Währungen erscheinen ihm aber inzwischen überteuert. Auch Union-Managerin Eberhardt mahnt: „Sollte sich die Wirtschaft in den EU-Staaten stärker als bis jetzt von uns erwartet abschwächen, wäre das für die meisten osteuropäischen Währungen eine Belastung.“

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