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Preissturz bei Gold reißt Minenfonds mit

Seit Mitte Juli liegt ein Schatten auf den Aussichten für Goldinvestments. Gegenüber seinem Rekordstand im März war der Goldpreis kurzfristig um mehr als ein Fünftel seines Wertes eingebrochen. Dennoch erwarten Manager von Goldaktienfonds neue Preisrally des Edelmetalls.

HAMBURG. Den fallenden Goldpreis bekamen auch die Aktionäre der Minenbetreiber zu spüren. "In den vergangenen Tagen ist die Angst in Panik umgeschlagen, und es kam zu einer Ausverkaufswelle bei Goldminenaktien", erklärt Martin Siegel. Der Vermögensberater aus Bad Salzuflen managt das Portfolio des PEH Q-Goldmines, der im aktuellen Renditevergleich deutscher Gold-Aktienfonds auf Platz zwölf (Tabelle) landet. In den vergangenen zwölf Monaten verlor Siegels Portfolio knapp doppelt so viel an Wert wie der Durchschnitt der Vergleichsgruppe.

Seinen Rückstand erklärt sich der Fondsberater vor allem damit, dass er sein Portfolio vergleichsweise offensiv aufgestellt hat. "Einzelwerte, die in den vergangenen Jahren stark zulegten, fallen jetzt umso stärker." Gemeint sind insbesondere Firmen mit einem Börsenwert von wenigen Hundert Millionen US-Dollar, die etwa ein Fünftel des Fonds ausmachen. Zu diesen Leichtgewichten an der Börse zählt St Barbara Limited aus Melbourne, mit rund sechs Prozent derzeit viertgrößte Position im Portfolio.

Nordamerikas Goldgräber machen im viertplazierten Fonds Gold Stock von der Wiener Tochter von Pioneer Investments, mehr als 70 Prozent des Portfolios aus. In Südafrika, der klassischen Anlageregion für internationale Goldfonds, ist Pioneer-Fondsmanager Alfred Grusch mit nur etwa 15 Prozent vertreten. Seinen Schwerpunkt legt er auf Firmen mit sehr hohem Börsenwert. Sie profitierten von günstigen Gelegenheiten, kleinere Mitbewerber aufzukaufen. "Gegen Ende Juli begann sich das Übernahmekarussell wieder zu drehen", erklärt Grusch. Als Beispiele nennt er die kanadischen Firmen Kinross Gold und Goldcorp, die jeweils vier Prozent des Fonds ausmachen. "Für die Minengesellschaften haben nun Kostensenkungen Top-Priorität", so Grusch. "Außerdem lagen die bisher veröffentlichten Quartalszahlen der Edelmetallunternehmen meist über den Erwartungen der Analysten und verbessern dadurch die ohnehin schon attraktive Bewertung dieses Marktsegments."

Das Fazit des Pioneer-Managers: "Wir betrachten die Korrektur als Einstiegsgelegenheit." Denn für den Goldpreis seien die fundamentalen Faktoren weiterhin gut. Auf ein konkretes Preisziel will er sich aber nicht festlegen. Anders PEH-Berater Siegel: "Langfristig befindet sich der Goldpreis trotz der aktuellen Korrekturphase im Hausse-Trend in Richtung unserer neuen Zielmarke von 1 300 Dollar pro Feinunze." Ende voriger Woche durchbrach er erstmals in diesem Jahr die Marke von 800 Dollar nach unten.

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