Zwölf-Monats-Übersicht
Renten-Indexfonds punkten mit stabiler Rendite

"Bogles Folley" - Bogles Narrheit, hieß es in der US-Zeitschrift "Money", als John Bogle, Gründer der US-Fondsgesellschaft Vanguard, 1976 den weltweit ersten Publikums-Indexfonds auf den Markt brachte. Der Vorreiter erkämpft in Deutschland einen Platz unter den Top Ten Kosten.

HAMBURG. Seit der Einführung des heute unter "Vanguard 500 Index Fund" firmierenden Pionier-Produkts, bei dem der Fondsmanager einen Index nachbildet, hat sich diese Anlageform jedoch etabliert und wird mittlerweile um börsengehandelte Indexfonds (ETF) ergänzt.

In Deutschland beschränkt sich Vanguard jedoch nach wie vor auf die nicht börsengehandelten Indexfonds; insgesamt neun bietet die Gesellschaft hierzulande an. Dazu gehört auch der 2001 aufgelegte "Vanguard Euro Government Bond Index Fund". Mit einem Volumen von rund 2,7 Mrd. Euro gehört er inzwischen zu den zehn größten Euro-Rentenfonds auf dem deutschen Markt (s. Tabelle) und weist mit 0,30 Prozent eine ähnliche Gesamtkostenbelastung auf wie ETFs. Er bildet den Lehman Brothers Global Aggregate Euro Government Bond Index ab und erzielte mit dieser passiven Strategie in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 2,99 Prozent. Unter allen 251 Fonds der Vergleichsgruppe belegt er immerhin Rang 43.

Weitaus schlechter lief es im gleichen Zeitraum für den ebenfalls zu den zehn Schwergewichten gehörenden "Credit Suisse Bond (Lux) Euro", der im gleichen Zeitraum auf ein bescheidenes Plus von 0,64 Prozent kommt. "Wir waren in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zu stark in Firmenanleihen investiert", räumt Daniel Hines vom Credit-Suisse-Rententeam für Europa ein. Gegenüber dem Vergleichsindex hat das Credit-Suisse-Team diesen Bereich dennoch mit aktuell etwas über 20 Prozent immer noch übergewichtet, bevorzugt dort aber eher kurze Laufzeiten. Anders bei Staatsanleihen, wo das Team vorerst nicht mit deutlich steigenden Renditen durch weitere Zinserhöhungen rechnet.

Aus Sicht von Thomas Portig ist der Credit-Suisse-Fonds trotz der Abweichungen von seinem Vergleichsindex nicht aktiv genug gemanagt. "Der Fonds muss wegen einer dreimal so hohen Gebührenbelastung wie bei einem passiv gemanagten Produkt eine entsprechend höhere Rendite erwirtschaften, was im Anlagesegment Euro-Staatsanleihen zumeist nur sehr schwer gelingt", urteilt der Investment-Chef der Münchener Analyse-Gesellschaft HCM Capital Management. Anlegern, die in Euro-Staatsanleihen investieren wollen, rät Portig darum eher zum Vanguard-Produkt. Generell hält er die Anlagekategorie jedoch für zu eng gefasst. Er favorisiert stattdessen breiter aufgestellte Euro-Rentenfonds, bei denen die Fondsmanager über die Beimischung von Fremdwährungen oder Firmenbonds mehr Renditechancen haben.

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