Zwölf-Monats-Übersicht
Rentenfondsmanager reduzieren Währungsrisiko

Von einem Fonds mit Rating-Bestnote erwarten Investoren nicht gerade eine Platzierung am unteren Ende der Vergleichsgruppe. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate bietet der von Feri Rating & Research mit einem "A" bewertete und zu den zehn größten Angeboten seiner Kategorie gehörende Espa Bond Europe jedoch genau dieses Bild.

HAMBURG. Ein Minus von 1,75 Prozent reicht unter 70 auf europäische Währungen spezialisierten Rentenfonds nur für Rang 60. "Wir waren teils mit rund der Hälfte des Portfolios in Bank- und Unternehmensanleihen investiert, das belastete den Fonds ebenso wie die Beimischung von Papieren aus Osteuropa", erläutert Karl Brandstötter von der Ersten Sparinvest (Espa) in Wien. Er orientiert sich bei seinen Entscheidungen an zwei Vergleichsindizes für Staats- und Unternehmensanleihen, die jeweils mit 50 Prozent gewichtet sind.

Obwohl sich Firmenbonds zuletzt negativ auf die Wertentwicklung auswirkten, hat Brandstötter diese Position in den vergangenen Wochen wieder von 40 auf rund 50 Prozent aufgestockt. "Für Laufzeiten von bis zu zwei Jahren werden für gute Bonitäten derzeit sehr hohe Zinsaufschläge gezahlt", sagt der Espa-Manager. Erstmals seit Auflegung des Fonds 1991 hat er kürzlich auch inflationsgeschützte Staatsanleihen ins Portfolio genommen und will die maximal zulässige Quote von zehn Prozent ausschöpfen. "Wir sehen eine Entwicklung hin zu einer höheren Inflation, wovon diese Papiere profitieren sollten", kommentiert Brandstötter. Von acht auf zehn Prozent aufgestockt hat er auch britische Anleihen, während er sich bei Engagements in anderen europäischen Fremdwährungen weiter zurückhaltend gibt.

Auch Ralf Schreyer nutzt die Möglichkeiten zur Beimischung von nicht auf Euro lautenden Zinstiteln derzeit kaum aus. Er kann derartige Papiere im DWS Eurorenta mit bis zu einem Drittel gewichten, aktuell sind es jedoch nur 18 Prozent. Anders als Brandstötter gibt sich Schreyer für britische Papiere vorsichtig, deren Anteil er von zehn auf vier Prozent reduziert hat. Die restlichen 14 Prozent entfallen auf Anleihen aus der Türkei und aus Rumänien. Das ebenfalls recht magere Zwölf-Monats-Ergebnis von minus 0,87 Prozent führt Schreyer vor allem auf die Investitionen in Bankanleihen und andere Papiere mit Zinszuschlag zurück. An der vorsichtigen Laufzeitenpositionierung am kurzen Ende der Zinskurve will der Manager des drittgrößten deutschen Europa-Rentenfonds jedoch weiter festhalten. "Wir gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank noch mindestens eine Zinserhöhung vornimmt und bleiben darum vorsichtig", sagt er.

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