Zwölf-Monats-Übersicht
Rentenfondsmanager setzen auf fallende Kurse

In der aktuellen Situation auf den Euro-Rentenmärkten ist es ein Kunststück, auf Sicht von zwölf Monaten ein Plus von mehr als zehn Prozent zu erwirtschaften. Der Threadneedle Target Return Fund hat genau dies geschafft: Mit einem Plus von 10,70 Prozent hat er sich auf den Spitzenplatz der 242 Fonds umfassenden Kategorie 'Renten Euro' vorgearbeitet.

HAMBURG. Mit einem Plus von 10,70 Prozent hat er sich auf den Spitzenplatz der 242 Fonds umfassenden Kategorie 'Renten Euro' vorgearbeitet. "Wir haben unter anderem erfolgreich auf fallende Kurse bei Hochzinsanleihen gewettet, zudem haben wir rechtzeitig auf eine Eintrübung der US-Konjunktur und einen fallenden Dollar gesetzt", kommentiert Quentin Fitzsimmons, der den Fonds gemeinsam mit Peter Allwright betreut, das gute Ergebnis. An seiner pessimistischen Marktmeinung zur US-Konjunktur und der entsprechenden Ausrichtung des Portfolios hält das Threadneedle-Duo vor-erst fest: "Der Arbeitsmarkt ist angespannt, der Immobilienmarkt ebenso, beides wird den Konsum beeinträchtigen", sagt Fitzsimmons. Von möglichen Zinssenkungen der US-Notenbank erwartet er erst Anfang 2009 positive Impulse.

Negativ beurteilt er auch die Aussichten Großbritanniens: "Die Konjunktur wird ebenfalls abflauen, wir setzen darum auf einen fallenden Kurs des britischen Pfunds", so der Threadneedle-Manager, der das Portfolio weitgehend gegen Währungsrisiken absichert. Auch bei den Anleihen-Renditen erwartet er eine Abwärtsbewegung, auf die er sich mit einer Kapitalbindungsdauer von bis zu zweieinhalb Jahren eingestellt hat.

Ähnlich positioniert hat sich Bob Michele. Er managt den auf Rang sechs liegenden Schroder ISF Strategic Bond. Sein knapp fünf Prozentpunkte über dem Sektordurchschnitt von 1,81 Prozent liegendes Ergebnis führt Michele darauf zurück, dass er das Portfolio rechtzeitig auf eine Versteilerung der Zinskurve ausgerichtet hat.

Wie das Threadneedle-Team nutzt auch Michele aktiv die Möglichkeiten der UCITS-III-Richtlinie, die es Fondsmanagern erlaubt, über Derivate von sinkenden Kursen zu profitieren. So habe er erfolgreich gegen Unternehmensanleihen gewettet, erläutert Michele. Die Aussichten für dieses Segment beurteilt er weiter als negativ.

Aus Sicht von Sirko Möllmann beherrschen sowohl Michele als auch das Threadneedle-Duo ihr Handwerk: "In beiden Fonds wer-den die Anlagemöglichkeiten auf den weltweiten Rentenmärkten erfolgreich genutzt", lobt der Analyst der Weberbank. Als klassische Euro-Rentenfonds sieht er beide Produkte allerdings nicht: "Die Manager verfolgen jeweils eine auf absoluten Ertrag ausgerichtete Strategie." Als Nachteil wertet er dies keinesfalls: "Mit beiden Fonds können Anleger Turbulenzen an den Rentenmärkten sehr gut umschiffen."

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