Zwölf-Monats-Übersicht
UBS-Hochzinsfonds leidet unter schwachem Dollar

Seit der Argentinien-Krise Ende 2001 erlebten südamerikanische Festzinsanleihen eine fast sechs Jahre dauernde Kursrally. Erst Mitte 2007 ließ die amerikanische Kreditkrise internationale Investoren vorsichtiger werden. Der Schwerpunkt Lateinamerika beschert Verluste - eine erste Bank punktet nun mit polnischen Zloty.

HAMBURG. In Lateinamerika hätten sich die Renditeunterschiede zu US-Staatsanleihen seit Mitte 2007 um rund 0,8 Prozentpunkte ausgeweitet, berichtet Alejandro Urbina, Manager des auf die Region spezialisierten Rentenfonds UBS Emerging Latin America Bonds. Die im Vergleich zu US-Anleihen gestiegenen Risikoaufschläge seien mit ein Grund, warum sich sein Fonds in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Verlust von 12,97 Prozent schlechter entwickelte als andere Hochzinsfonds (siehe Tabelle).

Besonders die stark gewichteten Anleihen aus Argentinien und Venezuela verloren in seinem Portfolio kräftig an Wert. "Die Mehrzahl argentinischer Peso-Anleihen ist an einen Inflationsindex gekoppelt, der von der Regierung permanent verharmlost wird", klagt Urbina. Inzwischen hat er die Peso-Papiere weitgehend gegen argentinische Dollar-Anleihen ausgetauscht.

In Venezuela habe vor allem die politische Unsicherheit die Rentenkurse gedrückt. Da er die Zahlungsfähigkeit des Landes nicht gefährdet sieht, rechnet Urbina mit einer Besserung und behält die Papiere.

Am meisten setzte dem UBS-Fonds jedoch die Dollarschwäche zu. Die US-Währung macht fast die Hälfte des gesamten Portfolios aus. Urbina erwartet jedoch bald eine Kehrtwende beim Dollarkurs und gibt sich auch für den lateinamerikanischen Markt optimistisch: "Das Umfeld für Anleihen ist trotz Kreditkrise stark geblieben, das wird die künftige Performance stützen", sagt er.

Anton Hauser, Manager des mit einem Zwölf-Monats-Plus von 16,66 Prozent auf Rang eins liegenden Espa Cash Emerging Markets, hat dagegen kaum Dollar-Sorgen. Im Schwellenländer-Geldmarktfonds der österreichischen Erste Sparinvest macht die Währung weniger als 20 Prozent aus. Hauser konzentriert sich auf Währungen aus Schwellenländern, die gegenüber dem Dollar aufwerten könnten. Dabei ist er nicht auf Lateinamerika festgelegt, sondern darf global investieren. "Unsere größten Positionen sind derzeit im polnischen Zloty mit elf Prozent und im mexikanischen Peso mit knapp zehn Prozent", sagt Hauser.

Auch die Kursrisiken sind bei ihm geringer als bei seinem UBS-Konkurrenten. Sein Portfolio hat eine durchschnittliche Laufzeit von nicht einmal einem Jahr. Die Kapitalbindungsdauer im UBS-Fonds liegt dagegen bei knapp fünf Jahren. Hausers Risiko aus divergierenden Zinsentwicklungen ist somit rund fünfmal geringer.

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