Zwölf-Monats-Vergleich
Aktienfonds von Gamax schaffen Trendwende

Sonderlich erfolgreich waren die Fonds der Investmentgesellschaft Gamax in ihren Anfängen nicht. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 508 globalen Aktienfonds gehören jedoch sowohl der Gamax Top 100 als auch der Gamax Junior zur Spitzengruppe. Das liegt in erster Linie am neuen Konzept.

HAMBURG. Für Walter Schmitz, Gründer und bis 2001 Eigentümer der Investmentgesellschaft Gamax, müssen Fonds vor allem eines: eine Botschaft transportieren, die jeder Anleger innerhalb von fünf Minuten versteht. Deshalb taufte er seine in den neunziger Jahren ins Leben gerufenen Zugpferde Gamax Top 100 und Gamax Junior. Ersterer sollte die 100 größten Aktiengesellschaften aus zehn verschiedenen Anlageregionen enthalten. Der Junior-Fonds hingegen investierte in Werte, die wie Nintendo oder Coca-Cola vor allem Jugendliche ansprechen.

Sonderlich erfolgreich agierten beide Fonds nicht, und nach dem Verkauf von Gamax an die italienische Bank Mediolanum vergrößerte sich der Abstand zum Vergleichsindex MSCI World noch. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 508 globalen Aktienfonds gehören jedoch sowohl der Gamax Top 100 als auch der Gamax Junior zur Spitzengruppe (siehe Tabelle).

Der Erfolg trägt die Handschrift des Pullacher Vermögensverwalters Jens Ehrhardt, dessen Gesellschaft DJE Investment seit Oktober 2007 als Berater fungiert. „DJE führte einen deutlich aktiveren Managementstil ein“, sagt Gamax-Vorstand Peter Fischer. „Wir haben sofort die Positionen in den USA und Japan zurückgenommen und Beteiligungen in Europa und insbesondere in Deutschland ausgebaut“, ergänzt DJE-Geschäftsführer Ulrich Kaffarnik.

Den Begriff Top 100 deutet Gamax nun rein qualitativ und wahrt damit die Grundsätze der Produktwahrheit. Etwas anders sieht es beim Junior-Fonds aus, dessen aktuelle Top-Positionen BASF, Bilfinger Berger und Xstrata nicht eben jugendliches Flair verbreiten. „Das geschah aus Mangel an Anlagealternativen“, räumt Kaffarnik ein. Alles andere habe nicht in das von der Finanzkrise geprägte Umfeld gepasst. Mittlerweile registriert der DJE-Manager an den Märkten jedoch wieder vereinzelt „antizyklische Kaufsignale“.

Verhaltener gibt sich Peter Heim, Manager des nach wie vor die Rangliste anführenden WMP Global Equity Fund von Julius Bär. Heim erwartet auch in den kommenden Monaten stark schwankende Kurse und per Saldo bestenfalls eine Seitwärtsbewegung. Seine gegen den allgemeinen Abwärtstrend erzielten Gewinne der vergangenen Monate verdankt Heim dem Vertrauen in Energie-, Minen- und Agraraktien und der Abneigung gegenüber Finanztiteln. „Die Banken müssen ihre Bilanzen reparieren, und dieser Prozess dauert keine Monate, sondern Jahre“, erklärt er. Vor allem europäische Finanzinstitute verfügten über eine bedenklich dünne Eigenkapitaldecke.

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