Zwölf-Monats-Vergleich
Asien-Fonds mit hohem China-Anteil liegen vorn

Die Erfolgsbilanz von Fondsmanagerin Anna Ho kann sich sehen lassen: Mit dem Nestor Fernost und dem Carlson Fund Equity Asian Small Cap liegen im Zwölf-Monats-Vergleich von 111 Fernost-Fonds gleich zwei von ihr gemanagte Produkte an der Spitze (Tabelle). Trotz des grundsätzlich identischen Anlageuniversums beträgt die Differenz in der Wertentwicklung aber fast 20 Prozentpunkte. Dies führt Ho auf die abweichenden regionalen Schwerpunkte zurück

HAMBURG. "Der Nestor Fernost war und ist zu fast 90 Prozent in Hongkong und China investiert", erläutert die in Hongkong ansässige Managerin der norwegischen DnB Nor Asset Management. Damit profitierte dieser Fonds weit stärker von der guten Entwicklung dieser Börsen als der Carlson Equity Fund Asian Small Cap, dessen China-Gewichtung bei aktuell 62 Prozent liegt. Hinsichtlich ihres Börsenwertes unterscheiden sich beide Fonds hingegen kaum. Der beträgt durchschnittlich jeweils rund 700 Mill. Dollar. Für die kommenden Monate setzt Ho in Asien auf Titel mit niedriger Marktkapitalisierung. "Diese Unternehmen werden besonders vom anhaltend hohen Wachstum in Indien und China profitieren", sagt die Fondsmanagerin. Dabei gelte die Formel, "je niedriger, desto besser".

Auf der Kaufliste von Simon Koh Hong Boo stehen dagegen kaum Nebenwerte. "Wir bewerten das Marktumfeld derzeit als unsicher und setzen daher schwerpunktmäßig auf Standardwerte", sagt der Manager des Cominvest Fund Asian Tiger. In der aktuellen Auswertung von Feri Rating & Research hat diese bereits in den vergangenen Monaten vorherrschende Einstellung den Fonds auf den letzten Platz zurückfallen lassen. "Infolge der Korrektur im Frühsommer vergangenen Jahres waren wir tendenziell zu konservativ ausgerichtet", räumt Koh Hong Boo ein und verweist auf eine zu niedrige Gewichtung erfolgreich gelaufener Märkte wie Indonesien, Philippinen, Indien und Singapur.

In den kommenden Monaten will der Cominvest-Manager vor allem mit Engagements in Südkorea Boden gutmachen. "2006 ging unsere Wette auf diesen Markt noch nicht auf, aber nun sehen wir gute Chancen", sagt Koh Hong Boo. Derzeit machen in Seoul gehandelte Aktien 19 Prozent seines Portfolios aus, während Hongkong und China zusammen nur auf 17 Prozent kommen. Indische Aktien sind in seinem Fonds derzeit so gut wie überhaupt nicht vertreten, während Ho diesen Markt im Nestor Fernost mit vier Prozent und im Carlson Fund Equity Asian Small Cap sogar mit 21 Prozent gewichtet. "Der Carlson-Fonds darf ohne Beschränkung an den indischen Börsen investieren, der Nestor-Fonds hat hierfür keine Zulassung und muss die Aktien daher auf dem Weltmarkt einkaufen", begründet Ho die unterschiedliche Gewichtung.

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