Zwölf-Monats-Vergleich
Balkan-Aktien bringen Osteuropa-Fonds nach vorn

Der Börsen-Boom im Süden Osteuropas hat einem in Deutschland eher unbekannten Fondsanbieter viel Erfolg beschert: Die dänische Gesellschaft Danske Capital führt mit ihrem Trans Fund-Balkan den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 50 Osteuropafonds an. Der Vorsprung ist groß: Mehr als 13 Prozentpunkte trennen den Aktienfonds vom Zweitplatzierten (siehe Tabelle).

HAMBURG. Fondsmanager Kari Salonen investiert ausschließlich in Unternehmen aus der Balkan-Region. Dazu zählen etwa Rumänien, die Türkei, Serbien, Bosnien oder Griechenland. Die inzwischen weit verbreitete Angst vor der amerikanischen Liquiditätskrise ist in dieser Region nicht zu spüren. Und das, obwohl vor allem der Bankensektor zum Spitzenergebnis beigetragen hat. Salonen: "Die einzige Auswirkung könnte sein, dass die Finanzierungskosten der Balkan-Banken steigen." Da die meisten Institute inzwischen aber große ausländische Mütter hätten, sei die Finanzierung auch in diesem schwierigen Marktumfeld gesichert.

Das Interesse der Anleger am Balkan-Raum wächst, seit Rumänien und Bulgarien Anfang dieses Jahres der EU beigetreten sind. "Die Region weist hohe Zuwachsraten des Bruttoinlandprodukts, steigenden Lebensstandard und hohe Produktivität auf", sagt Salonen. Im Vergleich zum übrigen Europa hätten die einzelnen Länder aber noch einen hohen Nachholbedarf.

Gleiches gilt auch für das Baltikum. Bezeichnet werden damit vor allem Litauen, Lettland und Estland, im weiteren Sinne aber alle europäischen Länder, die wie Dänemark oder Polen an das Baltische Meer, die Ostsee, angrenzen. Doch trotz ähnlicher Voraussetzungen stiegen die Kurse an den Börsen dort deutlich weniger. Der ebenfalls von Kari Salonen gemanagte Danske Fund Baltic, der zu rund 90 Prozent in Litauen und Estland investiert, kommt nur auf den vorletzten Platz der Vergleichsgruppe. Salonen erläutert, warum die guten Unternehmenszahlen an den baltischen Aktienmärkten nicht ausreichend honoriert werden: "Das Hauptproblem sehen wir in der Größe der lokalen Börsen. Es mangelt an Nachfrage und damit an Liquidität." Salonen ist jedoch optimistisch, dass die Handelsvolumen bald steigen.

Auch Ralph Luther von der Berenberg Bank hält die baltischen Börsen für aussichtsreich. Im Gegensatz zu Salonen investiert er mit dem Berenberg-Balkan-Baltikum-Universal-Fonds in beide Regionen. Luther: "Die Bewertung der baltischen Aktienmärkte ist im Hinblick auf die gute Gewinnentwicklung der Unternehmen inzwischen attraktiv." Für das Jahr 2008 rechnet er für Osteuropa im Schnitt mit einem Kursplus von mindestens 15 Prozent.

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