Zwölf-Monats-Vergleich
Bei Aktien aus der zweiten Reihe zählen innere Werte

Fondsmanager, die konsequent auf unterbewertet erscheinende Nebenwerte aus Deutschland setzen, konnten ihre Anleger in den vergangenen zwölf Monaten zwar nicht vor Verlusten beschützen, begrenzten diese aber. Ein Beispiel dafür ist der Value Holdings Capital Partners Fund.

HAMBURG. Dieser wird von der gleichnamigen Augsburger Vermögensverwaltung gemanagt und wurde bei der liechtensteinischen Fondsgesellschaft Ifos aufgelegt. Der Fonds verbucht ein Minus von 12,8 Prozent. Doch die 50 Aktien deutscher Mittelständler im MDax verloren im gleichen Zeitraum durchschnittlich rund 18 Prozent an Wert (Tabelle).

„Value-Investoren denken wie ein Unternehmer, nicht wie ein Spekulant“, sagt Georg Geiger, Manager des Spitzenreiters unter 16 Fonds mit Schwerpunkt auf deutschen Nebenwerten. „Wir kaufen Anteile an Unternehmen mit einem Abschlag zu dem Preis, den gut informierte und vorsichtig kalkulierende Geschäftsleute für das ganze Unternehmen bezahlen würden.“ Diesen inneren Wert der Firmen schätzt er mit Hilfe harter Faktoren wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis und „weichen“ Faktoren wie der Erfahrung des Managements.

Gekauft wird, wenn die Kurse etwa 25 bis 30 Prozent unter dem inneren Wert liegen. Geiger: „Das verschafft uns eine Sicherheitsmarge und sorgt damit für eine gewisse Absicherung des Investments gegen fallende Kurse.“ Denn langfristig schwanke der Börsenkurs um den inneren Wert des Unternehmens. „Der Value-Investor muss lediglich warten, bis der Abschlag zum inneren Wert aufgeholt ist“, so Geiger, der in der Regel drei bis fünf Jahre auf den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf seiner Portfoliotitel wartet. Geiger investiert in der Regel nur in zwölf bis 15 Einzelwerte. Dieses hochkonzentrierte Portfolio ist nur möglich, weil der Fonds im Fürstentum Liechtenstein aufgelegt wurde und in Deutschland lediglich zum nicht-öffentlichen Vertrieb zugelassen ist.

Damit unterliegt Geiger nicht der EU-Richtlinie Ucits III für Investmentfonds, die das Portfoliogewicht einzelner Aktien auf zehn Prozent beschränkt.

Solche Freiheiten genießt Gregor Zours vom Heidelberger Vermögensverwalter FPS nicht. Denn sein Fonds, der Multiadvisor Sicav Privat Invest, ist als typischer Ucits-III-Fonds strenger reguliert. Der Manager der Nummer zwei im Performance-Vergleich setzt ebenfalls auf die Value-Strategie. „Ich greife dann zu, wenn eine Aktie unterbewertet erscheint“, sagt Zours. „Zurzeit finde ich reichlich Gelegenheiten, um günstig einzusteigen.“ Auf einen Ausblick für die künftige Entwicklung am deutschen Aktienmarkt will sich Zours zwar nicht festlegen, die Stimmung im Markt spreche aber für eine weitere Eintrübung.

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