Zwölf-Monats-Vergleich
Bei Rentenfonds zählt die Flexibilität

Für Rentenanleger waren die vergangenen zwölf Monate keine gute Zeit: Der von der Citigroup berechnete Euroland Government Bond Index stieg gerade einmal um 0,27 Prozent. Der Durchschnitt der Investmentfonds, die in Zinstitel, die auf Euro lauten, investieren, liegt sogar leicht im Minus (siehe Tabelle). Die Zinserhöhungspolitik der Europäischen Zentralbank hinterlässt ihre Spuren.

HAMBURG. Dennoch ist die Fondsgesellschaft der Landesbank Berlin, LBB-Invest, vor 15 Monaten mit einem neuen Rentenfonds namens Flex Bond-Vario-Invest auf den Markt gekommen. Das begründet Fondsmanagerin Nicole Goedecke folgendermaßen: "Mit unseren bisherigen Rentenfonds konnten wir uns nur eingeschränkt gegen steigende Anleiherenditen absichern. Beim Flex Bond-Vario-Invest können wir dagegen über den Einsatz von Derivaten auch negative Laufzeiten darstellen und so zusätzlich von fallenden Kursen profitieren."

Goedecke vertraut bei ihren Investitionen auf ein rein quantitatives Trendfolgesystem, das wöchentlich Kauf- und Verkaufssignale aussendet. Derzeit meldet das System, dass Renten im Vergleich zu Geldmarkttiteln nach wie vor unattraktiv sind. Das Fondsportfolio besteht deshalb überwiegend aus variabel verzinsten Anleihen, die sich trotz langer Laufzeiten wie Geldmarktprodukte entwickeln. Mit dem Verkauf von Bund-Futures setzt die LBB-Invest-Managerin zudem auf fallende Anleihemärkte. "Ich persönlich erwarte aber, dass es bis zum Jahresende wieder positive Aussichten für den Rentenmarkt gibt." Mit dem flexiblen Konzept landet der Flex Bond-Vario-Invest auf Sicht von zwölf Monaten auf dem zweiten Platz seiner Vergleichsgruppe. Im September verzeichnete er jedoch als einziger Fonds der Spitzengruppe Verluste. "Wir wurden zur Monatsmitte vom fallenden Bund-Future überrascht", erklärt Goedecke.

Besonders gut hat im September dagegen der Spitzenreiter DB Platinum IV Bond Plus abgeschnitten. Diesem Indexfonds der Deutschen Bank liegt ein selbstkonstruierter Vergleichsmaßstab zugrunde, in dem Staatsanleihen aus der Euro-Zone nur auf ein Gewicht von knapp 32 Prozent kommen. Daneben setzt der Fonds auf Unternehmensanleihen guter Bonität (23 Prozent), Pfandbriefe (zwölf Prozent) und nachrangige Schuldtitel (zehn Prozent). "Der Index enthält neben traditionellen Anleihetypen auch alternative Anlageformen", erklärt Manfred Schraepler, verantwortlich für global anlegende strukturierte Fonds der Deutschen Bank. So profitierte der Fonds unter anderem von Termingeschäften auf Rohöl, Heizöl, Aluminium, Gold, Weizen und Mais.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%