Zwölf-Monats-Vergleich
Bei Schweizer Rentenfonds drohen Währungsverluste

Anleihen von Regierungen und Unternehmen mit erstklassiger Bonität, die ihre Schuldtitel in Schweizer Franken herausgeben, gelten als sehr sichere Investments. Deutsche Anleger müssen bei der Jagd nach sicherer Rendite allerdings auf die Wechselkursentwicklung achten – und die sah zuletzt nicht günstig aus. Das Ergebnis entsprechender Rentenfonds fiel in den vergangenen zwölf Monate dennoch positiv aus.

HAMBURG. So verlor die Alpenwährung zwischen Herbst 2007 und Frühjahr 2008 gegenüber dem Euro mehr als sieben Prozent an Wert – mehr als doppelt so viel wie der Jahresertrag Schweizer Zinstitel.

Trotz der mitunter heftigen Schwankungen erzielten Anleger mit den in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen, international anlegenden Franken-Rentenfonds in den vergangenen zwölf Monaten im Durchschnitt ein leicht positives Ergebnis (siehe Tabelle). Denn gegenüber Ende Juli 2007 hat sich der in Euro gemessene Wert des Franken kaum verändert. Das allerdings könne nach Meinung von Jürg Bretscher bereits im Herbst wieder anders werden. Der Manager des auf Rang zwei liegenden Raiffeisen Fonds-Swiss Obli der Züricher Bank Vontobel rechnet bis Ende 2008 mit einer Abwertung gegenüber den meisten anderen Währungen. Eine Ausnahme macht er bei der US-Devise. „Der Dollar bleibt grundsätzlich geschwächt“, so Bretscher. Weil sich ein fallender Dollar seiner Meinung zufolge positiv auf die US-Wirtschaft auswirkt, gewichtet er die Vereinigten Staaten in der Ländergewichtung seines Fonds derzeit mit 11,5 Prozent vergleichsweise hoch.

Fast die Hälfte des Fonds ist in Bankanleihen investiert, ein weiteres Viertel in Staatspapiere. Sicherheit hat dabei Priorität. 85 Prozent der Fondsmittel stecken in Bonds mit der Top-Ratingnote „AAA“.

Trotz guter Schuldnerqualität sieht der Vontobel-Manager Unternehmensanleihen derzeit im Nachteil. „Die hohen Risikoaufschläge zu Staatspapieren bleiben vorerst bestehen“, mutmaßt er. Das mache Investitionen unattraktiv. Für Renteninvestments im Allgemeinen sieht Bretscher dagegen wegen abnehmender Preissteigerungsraten gute Chancen. Die amerikanische Inflationsrate werde von derzeit 5,6 Prozent bis zum Dezember auf 2,4 Prozent, der Ölpreis von derzeit mehr als 110 auf 95 Dollar fallen.

„Der rückläufige Inflationsdruck trägt zu einem freundlichen Umfeld für Renten bei“, erklärt auch Markus Fischer, Manager des erstplatzierten Finter Funds CHF Bonds. Er legt er auf solche volkswirtschaftlichen Prognosen allerdings keinen Wert. „Ich verwalte den Fonds mittels eines Trendfolgemodells rein quantitativ“, so Fischer. Er setzt auf die Anleihe des Pariser Metro-Betreibers RATP – zurzeit mit sieben Prozent der größte Einzeltitel im Portfolio.

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