Zwölf-Monats-Vergleich
China-Fonds schalten einen Gang zurück

Für Laura Luo lief es bislang wie am Schnürchen: Erst im Februar 2006 aufgelegt, hat sich der von ihr betreute Schroders ISF China Opportunities in seinem ersten Zwölf-Monats-Vergleich prompt mit einem Plus von 48,31 Prozent an die Spitze der bei Feri Rating & Research gelisteten Fonds mit Schwerpunkt Hongkong und China gesetzt.

HAMBURG. "Allein im April legten die in Schanghai gelisteten B-Aktien um 30 Prozent zu", erläutert Luo und verweist zudem auf die gute Entwicklung von Finanztiteln, auf die gut ein Viertel des Fondsvermögens entfällt. Wie sehr es auf die regionale Gewichtung ankam, zeigt der Schwesterfonds Schroder ISF Greater China von Louisa Lo, der trotz diverser Überschneidungen in den Portfolios in den vergangenen zwölf Monaten weit hinter dem Neuling zurückblieb: So lief dieser auch in Hongkong, Taiwan und Singapur investierende Fonds mit 22,13 Prozent nicht mal halb so gut wie sein Geschwisterfonds.

Weitaus geschickter verstand dagegen Lilian Co, die Chancen im Großraum China zu nutzen. Die Managerin des Baring Hong Kong China erwirtschaftete ein Plus von 45,72 Prozent und liegt damit nur knapp hinter dem reinen China-Fonds von Schroders. "Unsere Wetten auf die Konsum- und Investitionsgüterindustrie sind ebenso aufgegangen wie Investments in der Schiffbaubranche", erläutert die Managerin des bereits 1982 aufgelegten China-Klassikers. Derzeit fühlt sie sich vor allem mit in Hongkong gelisteten H-Aktien chinesischer Unternehmen wohl: "Diese Papiere sind größtenteils vernünftig bewertet, da sich die Gewinnerwartungen vieler Firmen noch nicht in den Kursen widerspiegeln."

Vorsichtiger beurteilt Co dagegen die Aktienmärkte auf dem Festland. "Die dort gelisteten A-Aktien sind heißgelaufen", warnt sie. Trotzdem wertet Co den jüngsten Kursrutsch infolge der höheren Steuer auf Aktiengeschäfte lediglich als "vorübergehende Korrektur". Kritisch werde es allerdings, wenn der Shanghai-A-Index in den nächsten Wochen weiter hochschnelle.

Skeptisch gegenüber dem chinesischen Aktienmarkt gibt sich auch Björn Drescher. "Wer einen Anlagehorizont von 12 bis 36 Monaten hat, sollte jetzt Gewinne mitnehmen", rät der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier". Anlegern, die trotz der überhitzten Kurse in China einsteigen wollen, legt er breit aufgestellte Produkte nahe, die mindestens auch Hongkong und Taiwan abdecken oder sogar in ganz Asien anlegen. "Mit diesen Fonds kann das Risiko eines Kurssturzes an der überhitzten Börse in Schanghai besser abgefedert werden", erläutert Drescher.

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