Zwölf-Monats-Vergleich
Dax-Fonds behaupten sich gut in der Krise

Indexfonds wird nachgesagt, dass sie in schwachen Börsenphasen hinter aktiv gemanagten Aktienfonds zurückbleiben. Dass dies nicht zwangsläufig so sein muss, zeigt ein Blick auf den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten Deutschland-Fonds am Markt.

HAMBURG. Der börsengehandelte Indexfonds iShares Dax von Barclays Global Investors erzielte auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Minus von 5,66 Prozent relativ betrachtet das beste Ergebnis (siehe Tabelle). "Wir dürfen die Dax-Schwergewichte nicht immer wie im Index abbilden", erklärt Stephan Thomas, Manager des drittplatzierten FT Frankfurt-Effekten-Fonds. Investmentfonds dürfen in eine einzelne Aktie zwar höchstens ein Zehntel des Portfolios investieren. Doch die beiden größten Dax-Titel Siemens und Eon kamen im vorigen Jahr nur selten über ein Zehn-Prozent-Gewicht heraus.

In einem anderen Bereich darf Thomas deutlicher vom Leitindex abweichen: Bis zu einem Fünftel des Fondsvermögens kann er in anderen Ländern der Euro-Zone investieren. Aktuell sind rund fünf Prozent außerhalb Deutschlands angelegt, unter anderem in die französische Aktie Total. "Auf dem deutschen Parkett sind so gut positionierte Ölgesellschaften nicht vertreten", sagt Thomas.

Außerdem kann der Fondsmanager Nebenwerte beimischen. Sie kommen derzeit auf 6,5 Prozent des Portfolios. Der Größte unter den Kleinen ist die Aktie von K+S. Solche Investmentgelegenheiten findet Stockpicker Thomas unter anderem durch Gespräche mit den Firmenlenkern und mit Hilfe der Charttechnik. "Mich interessiert insbesondere die relative Stärke der Titel, um kurzfristige Erträge zu erzielen", sagt der Fondsmanager.

Ganz anders investiert Jürgen Meyer beim zweitplatzierten SEB Aktienfonds. "Ich setze auf Aktien, denen der Wind ins Gesicht bläst", sagt der auf Substanzwerte fokussierte Manager von SEB Invest. Ein Beispiel dafür sei der Maschinenbauer Heidelberger Druck. "Ich investiere derzeit elf Prozent des Fonds in Nebenwerte", erklärt Meyer. Dazu zählt er auch Porsche.

Gleichwohl sieht Meyer Standardwerte derzeit klar im Vorteil. Seine Begründung: "Das aktuelle Kursniveau der Dax-Werte ist unterirdisch." Das liege vor allem an der schlechten Stimmung, nicht an der Lage. "Zu Unrecht abgestraft wurden zum Beispiel die Aktien von typischen Exportfirmen." Besserung sei aber im vierten Quartal dieses Jahres in Sicht. Meyer: "Der Dax dürfte das Jahr im Plus beenden." Ins neue Jahr startete der Index mit rund 8 000 Punkten. Nicht ganz so optimistisch ist Frankfurt-Trust-Manager Thomas: "Der Dax dürfte Ende des Jahres bei rund 7 500 Punkte landen."

Autor: Christian Hilmes, Das Investment

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