Zwölf-Monats-Vergleich
Der Verzicht auf Aktien zahlt sich aus

Die ersten Negativ-Schlagzeilen über die Immobilienkrise in den USA schickten nicht nur die Aktienmärkte auf Talfahrt, sondern machten auch die Auswahl gewinnbringender Rententitel. Dennoch liegen konservative Mischfonds trotz schwieriger Märkte im Plus.

HAMBURG. "Unsere Aktienquote lag im gesamten vergangenen Jahr bei null", sagt Ansgar Klatte von DWS Investments. Für den Manager eines Mischfonds eine recht ungewöhnliche Ansage, auch wenn es beim DB Opportunity um die konservative Variante dieser Produktart geht. Geschadet hat die Fokussierung auf Rentenpapiere indes nicht. In den vergangenen zwölf Monaten (Stichtag: 28. Februar) legte der Wert des Fonds um 3,48 Prozent zu - das ist das zweitbeste Jahresergebnis der Vergleichskategorie (Tabelle).

Die ersten Negativ-Schlagzeilen über die Immobilienkrise in den USA schickten aber nicht nur die Aktienmärkte auf Talfahrt, sondern machten auch die Auswahl gewinnbringender Rententitel komplizierter. Während sich die Kurse von als risikolos geltenden Staatspapieren nach oben entwickelten, rutschten die Kurse von Unternehmensanleihen ins Minus. "Da wir im DB Opportunity nur in Bonds von höchster Qualität und kurzer Laufzeit investiert waren, hat die Ausweitung der Risikoprämien den Fonds nur geringfügig getroffen", sagt Klatte. Solche Anleihen etwa von Toyota und Rabobank brachten dem Fonds letztlich sein Renditeplus.

Anders handhabt das Peter E. Huber, Manager des Huber Defensive. Ebenfalls mit Erfolg: Der bei Starcapital aufgelegte Fonds fuhr mit einem Plus von 3,58 Prozent das beste Zwölf-Monats-Ergebnis der Gruppe ein. Erreicht hat Huber das ähnlich wie Klatte vor allem durch den Fokus auf erstklassige Euro-Bonds und inflationsgeschützte Bundesanleihen. Huber ist aber gleichzeitig ein vehementer Verfechter antizyklischer Investments. Seit den ersten Kursverlusten im Juli 2007 hält er auf der Aktienseite gezielt nach Gelegenheiten Ausschau. Dabei geht Sicherheit jedoch vor: "Aus Risikoüberlegungen deckt der Fonds seine Aktienengagements derzeit über Bonuszertifikate ab."

Der Fondsmanager achtet auf einen hohen Risikopuffer von rund 30 Prozent sowie auf eine kurze Laufzeit der Zertifikate. Denn sie senkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Risikoschwelle doch noch gerissen wird. Zudem kauft Huber ausschließlich Zertifikate auf Indizes wie den Dax, Eurostoxx oder Nikkei. Huber: "Dort ist die Gefahr eines massiven Kursrückgangs geringer als bei einem Einzeltitel."

Seit Anfang Januar hat Huber den Anteil von Bonuszertifikaten von rund 16 auf mittlerweile 23 Prozent erhöht. Einkaufsmöglichkeiten sieht er derzeit vor allem in Deutschland, Frankreich und Belgien. Aber auch bei Bonds wittert der Fondsmanager Chancen: "An den Rentenmärkten werden nach dem starken Euro-Aufschwung ausgewählte Fremdwährungsanleihen aus dem Hochzinsbereich interessant."

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