Zwölf-Monats-Vergleich
Deutschland-Fonds nutzen Anlagespielräume aus

Wetten auf fallende Kurse werden eher Hedge-Fonds als klassischen Investmentfonds zugeschrieben. Bei sogenannten 130/30-Produkten gehören diese Short-Positionen ebenfalls zum Repertoire, um auch an sinkenden Aktienkursen zu verdienen. Der erste DWS-Fonds dieser Art hat im Anbetracht der Marktlage ein respektables Debüt hingelegt. Der Spitzenreiter hingegen setzt auf Sicherheit.

HAMBURG. Der Name „130/30“ steht für die Gewichtung der Strategien: Der Anteil der Short-Positionen liegt bei bis zu 30 Prozent, mit bis zu 130 Prozent des Portfolios wird dagegen auf steigende Kurse gesetzt.

Der erste 130/30-Fonds der DWS hat im Anbetracht der Marktlage ein respektables Debüt hingelegt: Mit einem vergleichsweise moderaten Minus von 14,78 Prozent belegt der DWS Deutsche Aktien 130/30 derzeit Rang fünf von 76 Deutschland-Fonds (Tabelle). Dass der Fonds trotz der Möglichkeit, mit Short-Positionen eine Zusatzrendite zu erzielen, im Vergleich zur Konkurrenz unter den Top Ten nicht noch besser abschnitt, führt Fondsmanager Henning Gebhardt vor allem auf die Kursentwicklung im August 2007 zurück: „Die im Portfolio enthaltenen und mit 40 Prozent gewichteten Nebenwerte gerieten sehr stark unter Druck“, räumt er ein.

Gegenüber dem mit Ausnahme der 130/30-Komponente baugleichen DWS Aktien Strategie Deutschland konnte Gebhardt die Vorteile der Short-Strategie dagegen ausspielen. „Mit dem 130/30-Fonds konnten wir die defensive Karte noch stärker ausspielen, indem wir zyklische Aktien nicht nur untergewichtet oder gemieden haben, sondern auf fallende Kurse gesetzt haben“, erläutert der DWS-Manager, der für die kommenden Wochen größere Portfolio-Umschichtungen nicht ausschließt: „Zuletzt wurden viele konjunkturabhängige Titel drastisch abgestraft, so dass wieder genug Aufwärtspotenzial vorhanden ist, um in diesem Segment wieder auf steigende statt fallende Kurse zu setzen.“

Rainer Lemm von der Luxemburger Kapitalanlagegesellschaft traut diesen Aktien dagegen vorerst kaum Potenzial zu und will sie im Portfolio des Spitzenreiters Kapitalfonds LK Deutscher Aktien noch weiter abbauen. Das gute Ergebnis des vorwiegend nach einem Trendfolgemodell gemanagten Fonds begründet er mit der Absicherungskomponente: „Wir haben in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt rund 25 Prozent des Portfolios über Futures abgesichert und die Kassequote teils auf bis zu 20 Prozent hochgefahren.“

Ausschließlich verlässt sich Lemm allerdings nicht auf das Trendfolgemodell: „Anfang dieses Jahres standen die Signale für zahlreiche Finanztitel auf „Kaufen“, was wir angesichts der weiterhin hohen Risiken nur im eingeschränkten Umfang umgesetzt haben“, betont er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%