Zwölf-Monats-Vergleich
DWS-Lateinamerika-Fonds enttäuscht Anleger

Der DWS Lateinamerika gehört nicht zu den Aushängeschildern des deutschen Investment-Marktführers. Rainer Vermehren managt den Fonds, der im Sektorvergleich einen der hinteren Plätze belegt. Die Rohstoff-Hausse beschert der Konkurrenz zweistellige Kursgewinne.

HAMBURG. Aktuell bildet der DWS Lateinamerika mit einem für die Zielregion mageren Zwölf-Monats-Plus von 4,71 Prozent das Schlusslicht, wobei die 24 Fonds dieser Kategorie im Durchschnitt um 15,33 Prozent anzogen (siehe Tabelle).

Erschreckend klafft die Lücke auch im Zehn-Jahres-Vergleich. Während der DWS Lateinamerika seit Frühjahr 1998 112 Prozent an Wert gewann, sind es beim CAAM Latin American Equities von Crédit Agricole Asset Management, der über zwölf Monate auf Rang zwei lag, 413 Prozent. Dennoch sieht die DWS Sprecherin Anke Hallmann keinen Grund, an der Strategie des Fonds etwas zu ändern.

Obwohl sich der Wert des Fonds von CAAM-Manager Lionel Bernard gegenüber der Konkurrenz gut entwickelte, blieb er über zwölf Monate hinter dem Vergleichsindex MSCI Latin America zurück, der um 27,78 Prozent zulegte. "Der brasilianische Energie-Multi Petrobras legte in diesem Zeitraum eine beeindruckende Rally hin, was den Index angesichts einer Gewichtung von 20 Prozent stark beeinflusst hat", kommentiert Bernard. Er kann die Aktie gemäß der Anlagevorschriften für europäische Fonds mit maximal zehn Prozent gewichten. Diesen Spielraum nutzt er derzeit voll aus, da er nach wie vor gute Perspektiven für den Sektor sieht.

Auf Länderebene ist Brasilien der Favorit für den CAAM-Manager. Rund 72 Prozent des Portfolios hält er aktuell in Aktien aus der größten Volkswirtschaft der Region, während DWS-Manager Vermehren das Land mit 52 Prozent relativ gesehen deutlich niedriger gewichtet. "Brasilien profitiert nach wie vor von den hohen Rohstoffpreisen und verfügt über eine starke Binnennachfrage", begründet Bernard seine Vorliebe für den Markt.

Aus Sicht von Jens Herdack gehört Bernards Fonds zu den Top-Produkten seiner Vergleichsgruppe. "Der Anlageprozess wird überzeugend umgesetzt und führte bislang zu überdurchschnittlichen Ergebnissen", urteilt der Fondsanalyst der Berliner Weberbank. Die Meinung über den DWS Lateinamerika fällt trotz der schlechten Performance nicht nur negativ aus: "Der Fondsmanager ging Anfang dieses Jahres von einer kurzfristigen Abwertung des brasilianischen Real aus und sicherte beispielsweise die Währung ab, die er dann jedoch aufwertete", erläutert Herdack. Diese vorsichtige Herangehensweise, so der Analyst, sei ihm allemal lieber als riskante Wetten, die dann nicht aufgingen.

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