Zwölf-Monats-Vergleich
Energiehunger treibt Rohstoff-Fonds

Die Streuung der Risiken steigert langfristig die Rendite. Diese Anlegerweisheit scheint sich beim Blick auf die in Deutschland angebotenen Aktienfonds für den Rohstoffsektor zu bewahrheiten.

HAMBURG. An der Spitze des jüngsten Zwölf-Monats-Vergleichs liegt mit dem Fortis Equity Resources World ein sehr breit aufgestellter Fonds. Das Portfolio von Fortis-Manager Gabriel Wallach besteht zur Hälfte aus Öl- und Gastiteln. "Dazu kommen aber noch die Branchen Metalle und Bergbau, Kraftwerke und Energieversorgung, Chemie, Baumaterialien sowie Papier und Holz", erklärt Wallach. Knapp 30 Prozent des Fonds sind derzeit in der Metallverarbeitung investiert.

Beim zweitplatzierten Amex Funds Global Energy Equities kommen nur Energiewerte ins Portfolio. Der Fonds der American Express Bank investiert knapp 80 Prozent in den USA. "Die amerikanischen Unternehmen verdienen den Großteil ihres Umsatzes außerhalb Nordamerikas", erklärt Fondsmanager Clay Hoes. "Das macht sie unabhängig von konjunkturellen Schwankungen des Heimatmarktes." Ein Beispiel für so einen Global Player sei Hess Corporation. Der Öl- und Erdgasförderer stellt fünf Prozent des Fondsvolumens.

In der Branchenaufteilung setzt Hoes auf Dienstleister "Das Schließen der Produktionslücke wird mehr Ausrüstung und komplexere Produktionstechniken erfordern", sagt er. Von den beiden wichtigsten Kraftstoffen bevorzugt er derzeit Gas. Getroffen hat er diese Entscheidung mit Hilfe eines volkswirtschaftlichen Modells. "Wir verbinden die Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage", erklärt Hoes. Unternehmen, die einen Nachfrageüberhang bedienen, profitieren seiner Meinung nach von erhöhten Preisen.

Fortis-Manager Wallach sieht auch beim Öl das Ende der jüngsten Preis-Rally noch nicht erreicht. Denn steigende Kosten und schwierigere Bedingungen erschwerten das Ausweiten der Förderung.

"Fallen könnte der Ölpreis dann, wenn das Wachstum in den Schwellenländern deutlich zurückgeht", so Wallach. Damit rechnet er aber nicht. Auch ein Rückzug von Spekulanten lasse den Preis nicht einbrechen. "Ihre Positionen machen derzeit nur etwa 15 Prozent des gesamten Marktvolumens aus", erklärt Wallach.

Hans Willi Brand von der Vermögensverwaltung HWB Capital Management in Trier geht davon aus, dass sich beide Fonds ähnlich wie der Ölpreis entwickeln werden, dem er noch viel Aufwärtspotenzial zuschreibt. "Aber es dürfte in der Zukunft höhere Schwankungen geben", sagt Brand. Daher seien beim reinen Energie-Fonds von American Express zeitweilig höhere Verluste zu erwarten.

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