Zwölf-Monats-Vergleich
Erdbeben wirkt sich auf China-Fonds nicht aus

Die Zahl Acht ist in China eine Glückszahl. Doch während die Nation auf die Eröffnung der Olympischen Spiele am 8. August wartet, hat das Erdbeben das Land erschüttert. "Das ist tragisch, der Einfluss auf die Wirtschaft jedoch gering", sagt Martha Wang, Managerin des größten Chinafonds in der Zwölf-Monats-Statistik.

HAMBURG. Ihr Fonds Fidelity China Focus liegt mit einem Plus von 24,02 Prozent auf Rang sechs.Christian Preussner teilt Wangs Einschätzung. "Die betroffene Region Sichuan trägt zirka vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Chinas bei", sagt der Manager des nur wenig kleineren JF China von JP Morgan auf Rang sieben. Die Industrieproduktion liege gerade einmal bei 2,5 Prozent der nationalen Produktion und der Exportanteil bei weniger als 0,2 Prozent der Gesamtexporte Chinas.

Auch den wirtschaftlichen Einfluss der Olympischen Spiele schätzen beide Manager als gering ein. "Die Spiele haben zu vielen Investitionen in die Infrastruktur geführt. Die Arbeiten sind mittlerweile jedoch größtenteils abgeschlossen", sagt Preussner. Wang geht davon aus, dass nur Peking wirtschaftlich von den Spielen profitieren wird. Und im Verhältnis zur Größe Chinas mit einer Bevölkerung von über 1,3 Mrd. Menschen mache Peking mit weniger als 20 Mill. Einwohnern nur einen kleinen Teil aus.

Ökonomisch betrachtet gebe es gerade ganz andere Baustellen im Reich der Mitte. "Die recht hohe Inflation, der steigende Renminbi und die Abschwächung der Wirtschaft in einem der Hauptexportländer, den USA, belasten die Wirtschaft", so Preussner. Den Fokus richtet der JP-Morgan-Manager auf Titel der Binnenwirtschaft und auf Infrastrukturunternehmen. Wang mag zudem den Gesundheitssektor: "Die Unternehmen sind verhältnismäßig klein, doch international wettbewerbsfähig und haben ein hohes Wachstumspotenzial."

Sie hat Versorgungsaktien untergewichtet. Energie- und Werkstoffunternehmen litten unter Kostendruck, den sie durch Regierungsvorgaben nicht an die Konsumenten weitergeben dürften.

Die Portfolios der Chinafonds-Riesen sehen ähnlich aus: Finanztitel stellen jeweils den größten Sektor mit 30 Prozent beim Fidelity und 34 Prozent beim JP-Morgan-Fonds, gefolgt von Energieunternehmen mit knapp 21 Prozent beziehungsweise 18 Prozent und Telekommunikationsdienstleistern mit jeweils 13 Prozent. Die größte Position ist in den zwei Portfolios China Mobile mit 9,7 Prozent.

Beide Fondsmanager erwarten, dass chinesische Aktien sich im Sog der globalen Börsenvorgaben weiter volatil verhalten. "Doch eine robuste Binnennachfrage und Infrastrukturinvestitionen stützen den chinesischen Aktienmarkt", sagt Wang.

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