Zwölf-Monats-Vergleich
Euro-Geldmarktfonds schlagen sich gut

2,2 Prozent sind kaum noch konkurrenzfähig in Zeiten, in denen Banken für Tagesgelder fünf Prozent Rendite und mehr bieten. Doch diese Zahl, die Feri Rating & Research in Bad Homburg im Zwölf-Monats-Vergleich von 131 Geldmarktfonds als Durchschnittsertrag ausweist, täuscht. Die Zielrenditen liegen in Wirklichkeit über den ausgewiesenen Zwölf-Monats-Ergebnissen.

HAMBURG. Grund für die Täuschung: Im Zwölf-Monats-Vergleich von Feri Rating & Research sind einerseits auch sämtliche Fonds enthalten, die wie der Cominvest Short Term Plus oder der Pioneer Investments Euro Geldmarkt Plus teilweise in Asset Backed Securities (ABS) und andere verbriefte Kreditprodukte investieren und damit tief in die roten Zahlen rutschten. Zum anderen erzielen Anleger, die in einen der Top-Fonds aus der Tabelle investieren, mittlerweile deutlich höhere Renditen als die ausgewiesenen Ergebnisse.

"Die aktuelle Renditeerwartung unseres Euro-Cash-Fonds beträgt 4,7 Prozent", berichtet etwa Peter P. Haueter. Der Sprecher der Geschäftsführung von Alte Leipziger Trust in Oberursel betont, dass der mit einem Zwölf-Monats-Plus von 4,12 Prozent auf Rang neun liegende Fonds keinerlei ABS oder andere mit Liquiditätsproblemen konfrontierten Papiere enthält.

Rund 55 Prozent des Portfolios sind direkt in Termingeldern oder Bankguthaben investiert, weitere 15 Prozent in Pfandbriefen, Kommunalobligationen und öffentlichen Anleihen mit kurzer Restlaufzeit.

Das gute Zwölf-Monats-Ergebnis und die hohe Zielrendite sind möglich, weil Alte Leipziger Trust die jährliche Verwaltungsvergütung des Fonds Anfang 2007 von 0,5 auf 0,1 Prozent gesenkt hat. Käufer holen sich die aktuell am Markt erzielbaren Konditionen folglich nahezu ungeschmälert ins Depot. "Seit der Gebührensenkung haben wir das Fondsvolumen von 16 auf 68 Millionen Euro mehr als vervierfacht", freut sich Haueter und hofft, dass künftig auch verstärkt institutionelle Investoren und Vermögensverwalter auf den Alte Leipziger Trust Euro Cash zurückgreifen.

Deutlich höhere Zielrenditen als 4,7 Prozent sieht er allerdings derzeit kaum. "Bei Termingeldern dürfte allmählich der Höhepunkt erreicht sein", sagt er.

Ausschließlich institutionelle Anleger spricht Standish Mellon Asset Management mit dem Universal Euro C an: Die Mindestanlage beim aktuellen Zwölf-Monats-Spitzenreiter beträgt fünf Mill. Euro. Verwaltungsvergütung (0,15 Prozent pro Jahr) und Renditeziel (4,6 Prozent) bewegen sich auf vergleichbarem Niveau wie beim Alte Leipziger Euro Cash, ABS gehören ebenfalls nicht zum Anlageuniversum.

"Beide Fonds werden grundsolide gemanagt und bieten günstige Konditionen", urteilt Matthias Reinhardt, Geschäftsführer des Freiburger Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer. Wer als Kurzfristparker mit dem letzten Zins-Cent rechne, sei dennoch mit einem Top-Tagesgeld besser bedient.

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