Zwölf-Monats-Vergleich
Europa-Fonds von Fidelity hinken hinterher

Fast scheint es, als färbe der aktuelle Performance-Durchhänger des langjährigen Vorzeigefonds Fidelity European Growth auch auf einen weiteren Milliardenfonds des amerikanischen Investmenthauses ab, den Fidelity European Aggressive. Beide Fonds liegen im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten Aktienfonds mit deutscher Vertriebszulassung einträchtig am Ende des Feldes. Gewinner ist der Nordea European Value.

HAMBURG. Darüber hinaus weisen sie mit einem eher mageren Zuwachs von 11,42 beziehungsweise 11,40 Prozent ein nahezu identisches Ergebnis auf. "Die Performance-Gleichheit ist eher zufälliger Natur", sagt Fidelity-Sprecher Sinan Temelli. So halte der seit Anfang Januar von Alexander Scurlock gemanagte Fidelity European Growth knapp 180 Titel, der Fidelity European Aggressive nur etwa die Hälfte. "Dabei waren lediglich 30 Titel in jeweils beiden Fonds enthalten", so Temelli weiter.

Völlig entgegengesetzt verliefen dagegen im vergangenen Jahr die Mittelzu- und-abflüsse: Während die Anleger aus dem European Growth Fund netto 6,4 Mrd. Euro abzogen, bekam der Fidelity European Aggressive 360 Mill. Euro hinzu. Dessen Manager Sanjeev Shah führt die schwache Entwicklung unter anderem darauf zurück, dass er nach der Mai-Korrektur in zyklischen Branchen wie der Investitionsgüterindustrie und auch im Finanzbereich untergewichtet blieb.

Mit einer stärkeren Konzentration auf Standardwerte und übergewichteten Positionen in den Bereichen Medien, Pharma und Öldienstleistungen will Shah den Rückstand in den kommenden Monaten aufholen, zu seinen größten Positionen gehören unter anderem Reed Elsevier, Novartis und Nokia.

"Die starke Vernetzung eines Fondsmanagement-Teams spielt bei der Aktienauswahl mitunter schon eine Rolle", kommentiert Björn Drescher den jüngsten Gleichlauf der Fidelity-Produkte.

Für den Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" gelten beide Fonds derzeit nicht als Top-Empfehlung für den Bereich europäische Aktien. Sehr angetan zeigt sich Drescher dagegen vom Nordea European Value, der den Vergleichsindex MSCI Europe in den vergangenen zwölf Monaten deutlich schlagen konnte. "Nordea-Manager Tom Stubbe Olsen folgt klaren Anlagegrundsätzen", begründet der Fondsanalyst. Aktien, die wie Porsche oder der Maschinenbauer Sulzer ein zuvor definiertes Bewertungsniveau überschritten, würden konsequent verkauft und der Erlös so lange geparkt, bis ein anderes Investment lockt. Die Barreserve des Nordea-Fonds betrug daher zuletzt mehr als 20 Prozent. Drescher: "Im aktuellen Umfeld ist das ein klarer Vorteil."

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