Zwölf-Monats-Vergleich
Finanzkrise belastet Schwellenländerfonds

Uwe Zimmer hat recht behalten. Mitte Juli entschied der Gründer der Kölner Vermögensverwaltung Meridio nach Rücksprache mit Fondsmanager Rashad M. Khourshid, im Aktienfonds Meridio Arab World nahezu alle Positionen glattzustellen und den Gegenwert kurzfristig in US-Schatzanweisungen zu parken.

HAMBURG. Mit zusätzlichem Rückenwind durch den steigenden Dollar konservierte der Meridio Arab World deshalb das gute Ergebnis der vorangegangenen Monate und erzielte bis Ende September ein Zwölf-Monats-Plus von 11,17 Prozent, während fast alle anderen Fonds der Kategorie "Aktien Schwellenländer" ein zweistelliges Minus ausweisen (siehe Tabelle).

"Kapitalerhalt geht vor Gewinnmaximierung", begründet Zimmer die zwischenzeitliche Abstinenz. Letztlich entschied er sich aber doch zu früh, in den Markt zurückzukehren. Ende September, kurz vor dem vorläufigen Höhepunkt der Finanzkrise, war der Meridio Arab World bereits wieder fast vollständig investiert. Trotz kurzfristiger Verluste von mehr als zehn Prozent in der ersten Oktoberhälfte gibt sich Zimmer für die von seinem Fonds abgedeckte Region wieder sehr optimistisch. "Die Spannungen zwischen den USA und Iran haben etwas nachgelassen, das hat einen größeren Einfluss auf die arabischen Börsen als die Kreditkrise", begründet er. Die nächste größere Kursbewegung sei wieder aufwärts gerichtet, meint Zimmer.

Den Aktienanteil kurzfristig auf null zurückzufahren, diese Möglichkeit haben Matthias Bussemer und Henrik Lier beim aktuell auf Rang drei liegenden Deka Middle East and Africa nicht. "Die Obergrenze für die Barreserve liegt bei 20 Prozent", sagt Lier. Außer in den arabischen Staaten können die beiden Deka-Manager auch in der Türkei und in Israel investieren. Im Vergleichsindex sind diese beiden Länder mit zusammen 60 Prozent vertreten, wobei allein 15 Prozent auf den israelischen Pharmakonzern Teva entfallen. "Das hat sich als stabilisierender Faktor erwiesen", so Lier, der Teva allerdings aufgrund der gesetzlichen Vorgaben mit maximal zehn Prozent gewichten darf.

Als größte Risikofaktoren für die Region nennt der Deka-Manager die noch immer zu hohe Inflation, die einige Länder angesichts der Kopplung ihrer Währung an den US-Dollar nicht optimal bekämpfen könnten, und das Engagement einiger lokaler Unternehmen in den jeweiligen Immobilienmärkten. Den jüngsten, auch durch den seit Juli stark gesunkenen Ölpreis verursachten Kursrutsch an den arabischen Börsen hält jedoch auch er für übertrieben. Lier: "Länder wie Katar oder Abu Dhabi brauchen keinen dreistelligen Ölpreis, um ihren Boom zu finanzieren."

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