Zwölf-Monats-Vergleich
Finanzwerte belasten Pioneer-Fonds

Andrew Arbuthnott ist kein Freund von Fonds-Engagements in kleinen Häppchen: Der Manager des rund sechs Mrd. Euro schweren Pioneer Funds Top European Players bestückt sein Portfolio im Schnitt mit nur rund 30 Aktien. In den vergangenen zwölf Monaten konnte er sich damit allerdings nicht von der Konkurrenz absetzen, wie die aktuelle Auswertung von Feri Rating & Research unter den zehn volumenstärksten Europa-Aktienfonds zeigt.

HAMBURG. So erzielte der drittgrößte Fonds dieser Kategorie mit einem Wertzuwachs von 13,75 Prozent das schlechteste Ergebnis der Schwergewichte und belegt im Gesamtvergleich lediglich Rang 380 von insgesamt 436 Fonds.

"Im ersten Halbjahr standen die von uns bevorzugten etablierten Qualitätsunternehmen nicht im Mittelpunkt des Anlegerinteresses", kommentiert Arbuthnott. Das habe deren Kursentwicklung belastet. Als Beispiel nennt er den Finanzkonzern Credit Suisse, der mit einem Anteil von 3,7 Prozent derzeit zu den größten Positionen im Fonds gehört: "Sowohl dieses Unternehmen als auch die anderen im Fonds gehaltenen Finanzdienstleister sind trotz sehr guter Perspektiven in den Sog der US-Hypothekenkrise geraten", ergänzt der Pioneer-Manager, der gut ein Drittel des Fondsvermögens in Finanzaktien hält. Für die kommenden Monate sieht Arbuthnott jedoch gute Chancen, mit seinem Fonds wieder aufzuholen. "Der Markt dürfte vorerst noch von Unsicherheit geprägt bleiben, was die von uns bevorzugten Unternehmen wieder mehr in den Fokus der Anleger rückt", sagt er.

Auch Tom Olsen-Stubbe gewinnt der aktuellen Marktlage positive Aspekte ab: "Derzeit werden wieder mehr Unternehmen mit einem Abschlag gehandelt", so der Manager des Nordea European Value, der auf unterbewertete Aktien setzt. Dass Olsen die zuletzt unter Druck geratenen Finanzwerte mit lediglich rund 16 Prozent gewichtet, zahlte sich zuletzt aus: So entwickelte sich sein Fonds weitaus besser als der Pioneer Top European Players und erzielte per Ende Juli ein Zwölf-Monats-Plus von 21,34 Prozent. Auch die Turbulenzen der vergangenen beiden Monate hinterließen bei dem nach wie vor für Neuanleger geschlossenen Fonds weniger Spuren: So rutschte er mit lediglich 2,89 Prozent ins Minus, während der Pioneer Top European Players 6,80 Prozent einbüßte.

Gabriele Hartmann überrascht diese unterschiedliche Entwicklung nicht. "Der Nordea European Value ist sehr defensiv ausgerichtet, was ihm in Aufwärtsphasen zwar eine schwächere Wertentwicklung beschert, in Korrekturphasen jedoch in der Regel mit geringeren Verlusten einhergeht", so die Analystin der Münchener Beratungsgesellschaft Fonds Consult.

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