Zwölf-Monats-Vergleich
Fonds für Firmenanleihen hinken dem Index hinterher

Der auf europäische Unternehmensanleihen ausgerichtete Citigroup-Euro-Big-Corporate-Bonds-Index hat trotz der Finanzkrise in den vergangenen zwölf Monaten leicht zugelegt: Er stieg um 1,32 Prozent. Doch auf dieses Segment spezialisierte Rentenfonds schafften dies längst nicht immer, sie liegen im Durchschnitt mit 1,43 Prozent im Minus.

HAMBURG. Der Rückstand erklärt sich unter anderem mit den bis zu einprozentigen Verwaltungsgebühren, die bei den aktiv gemanagten Fonds erhoben werden. "Diese Kosten müssen erst einmal verdient werden, um gegenüber dem Vergleichsindex einen Mehrwert zu bieten", erklärt Jan Richter, Analyst bei Fondsconsult Research in München. Allerdings eignen sich seiner Meinung nach börsengehandelte Renten-Indexfonds für Privatanleger nur zur Abdeckung der Anlageklasse Staatsanleihen. "Für die Bereiche Unternehmens- und Hochzinsanleihen sehe ich aktive Manager im Vorteil", sagt Richter. "Bei diesen Schuldnern bestehen teilweise deutliche Ausfallrisiken und die Analyse der Emittenten kann sinnvollen Mehrwert erzielen."

Für Privatanleger empfehlenswert hält Richter jedoch nur Produkte, die ausschließlich im Bereich Unternehmensanleihen investieren und keine riskanteren Titel wie forderungsbesicherte Anleihen (ABS) oder Papiere von Emittenten ohne Investmentgrade, dem Rating für mindestens gute Bonität, beimischen. "Das bringt zwar langfristig höhere Chancen mit sich", sagt Richter. "Wie die vorigen Monate gezeigt haben, birgt es aber auch deutliche Risiken." So habe zu viel Risikobereitschaft dem DWS-Fonds Bonds auf Platz 58 der aktuellen Rangliste und dem Fidelity-Fonds Euro Corporate Bond auf Platz 61 in den vergangenen zwölf Monaten erheblich geschadet.

Der Grund für die Schwäche der beiden Produkte namhafter Gesellschaften liegt nach Angaben des Rentenfonds-Experten in ihrer offensiven Anlagepolitik. "Während der DWS-Fonds auch in gebündelte Kreditpakete, sogenannte CDOs, investiert, mischt der Fidelity-Fonds sehr aktiv Titel aus Schwellenländern, ABS und Hochzinsanleihen bei", sagt Richter. "Zudem legen beide einen hohen Anteil in Bankenanleihen an, die besonders hohe Wertverluste verzeichneten."

Im Portfolio von Fidelity-Manager Paul Lavelle machen entsprechende Titel mehr als ein Drittel aus. Das Übergewicht bei Banktiteln drückt noch heute auf die Wertentwicklung des Fonds. "Im Juli kamen insbesondere nachrangige Bankenanleihen abermals unter Druck", erklärt DWS-Manager Peter Saß, der seinen Fonds Anfang September abgeben wird. Analyst Richter: "Das ist für uns ein Grund mehr, beim DWS Euro-Corp Bonds erst einmal eine abwartende Haltung einzunehmen."

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