Zwölf-Monats-Vergleich
Fonds in Schweizer Franken sind gefragt

Die Schweiz steht vor allem für Solidität. Das kommt dem Land in der aktuellen Finanzkrise zugute: Anlagen in Schweizer Franken sind gefragt wie lange nicht mehr. Das erklärt, warum ein Schweizer Rentenfonds den Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten globalen Rentenfonds anführt. Dollar-Rentenfonds sind dagegen im Nachteil.

HAMBURG. Zweiter währungsstützender Effekt: Der jahrelange Trend vieler Großanleger, sich in dem Niedrigzinsland billig zu verschulden und das geliehene Geld an den Kapitalmärkten zu höheren Zinssätzen anzulegen, kam im Sommer 2007 zum Erliegen. Das Geld floss zurück in die Schweiz.

Beide Faktoren erklären, warum derzeit mit dem UBS Strategy Fixed Income (CHF) ein in Franken nominierter Rentenfonds den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten globalen Rentenfonds anführt (siehe Tabelle). Dessen Zuwachs von 2,43 Prozent geht ausschließlich auf die Aufwertung des Frankens zurück, der im genannten Zeitraum gegenüber dem Euro 3,5 Prozent gewann. UBS-Manager Sebastian Steib hat rund 88 Prozent des Fondsvermögens in Franken-Papiere angelegt. "Der Rest verteilt sich auf Euro und Yen mit jeweils fünf, und den Dollar mit zwei Prozent", sagt er.

Steib zufolge wird der Aufwärtstrend des Frankens gegenüber dem Euro noch weitergehen. Vor allem, weil die Schweizer Inflation niedriger sei als die der Euro-Zone. "Obwohl dort das nominale Zinsniveau um etwa 1,8 Prozentpunkte niedriger ist, sind die realen Zinsen deshalb höher", erklärt er.

Das genaue Gegenteil des Franken-Glücks erlebte Kenneth Taubes. Der Manager des Pioneer Funds Strategic Income investiert in eine der schwächsten Devisen der vergangenen zwölf Monate: den US-Dollar. "Wir managen diesen Fonds gegen eine Dollar-Benchmark", fügt er hinzu. Insgesamt habe er im Vergleichszeitraum durchschnittlich nur ein Zehntel des Fondsvermögens außerhalb des Dollar-Raums investiert, hauptsächlich in europäischen Währungen. Durch die Performance-Beiträge und den festen US-Rentenmarkt milderte Taubes den reinen Wertverlust des Dollars von 18 Prozent auf 11,75 Prozent ab. Zusätzlich hat Pioneer aber auch eine Variante des Fonds auf dem Markt, die das Dollar-Risiko gegenüber dem Euro komplett absichert. Sie liegt im Vergleichszeitraum mit 3,9 Prozent im Plus, wird aber vom Datenlieferanten Feri in einer anderen Kategorie geführt. Es hätte noch mehr sein können. "Im vergangenen Jahr wirkte sich unsere Position in Hochzinsanleihen negativ aus", berichtet Taubes. Diese High Yields genannten Unternehmensanleihen hatten im Zuge der Finanzkrise im Vergleich zu Staatsanleihen besonders viel an Wert eingebüßt. Doch inzwischen stockt der Pioneer-Manager seine High-Yield-Positionen wieder auf. Die Mitte März einsetzende Kurserholung gibt ihm bislang recht.

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