Zwölf-Monats-Vergleich
Fondsmanager entdecken Börsen des Nahen Ostens

„Investment Jones und die Suche nach der letzten unentdeckten Anlageregion“, mit diesem Slogan warb die amerikanische Investmentgesellschaft Fidelity im Juni vergangenen Jahres für ihren neu aufgelegten Emea-Fonds. Die Expedition wurde ein Erfolg. Doch ganz unbekannt ist das Terrain, auf dem sich Fidelity bewegt, nicht.

HAMBURG. Das Kürzel „Emea “steht für „Emerging Europe, Middle East and Africa“. Binnen zwölf Monaten vertrauten Anleger dem Newcomer mehr als 600 Mill. Euro an, und mit einem Wertzuwachs von 7,66 Prozent schaffte der Fonds auf Anhieb den Sprung unter die zehn besten Schwellenländer-Aktienfonds (Tabelle).

So unbekannt mutet das Terrain, auf dem sich Fidelity-Manager Nick Price bewegt, bei näherer Betrachtung gar nicht an. Unter den größten Positionen finden sich bekannte Namen wie Gazprom, Lukoil oder der südafrikanische Minenkonzern Harmony Gold. Tatsächlich sind aktuell rund 70 Prozent des Fondsvermögens in Südafrika und Russland investiert. „Das muss nicht auf Dauer so bleiben“, sagt Price, und fügt hinzu, dass viele südafrikanische Konzerne auch in anderen Staaten des Kontinents aktiv sind und einen großen Teil ihrer Einnahmen weltweit erzielen. Deutlich ausgebaut von fünf auf elf Prozent hat Price sein Engagement im arabischen Raum. Dort sieht er angesichts hoher Ölreserven und gigantischer Infrastrukturprojekte noch über viele Jahre hinaus überdurchschnittliche Wachstumschancen.

Darin stimmt Price mit Uwe Zimmer überein. Der Gründer der Kölner Vermögensverwaltung Meridio unterhält bereits seit Anfang der neunziger Jahre enge Kontakte in den Nahen Osten. „Den Arabern gehört das nächste Jahrzehnt“, ist Zimmer überzeugt. Deshalb hat er im Frühjahr 2007 mit dem Meridio Arab World den ersten Fonds aufgelegt, der ausschließlich in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Ägypten, Katar, Saudi-Arabien, Jordanien und Oman investiert. Der aus Kuwait stammende Fondsmanager Rashad M. Khourshid mit Sitz in Beirut kam ebenfalls gut aus den Startlöchern: Im aktuellen Zwölf-Monats-Vergleich von Feri Rating & Research belegt der Meridio Arab World Rang drei.

Kurzfristig überwiegen aber für Zimmer in der Region die Risiken. „Die Märkte haben überdurchschnittlich performt, dadurch sind die Bewertungen wieder gestiegen“, sagt er. Sorge bereitet ihm zudem die zunehmende Isolierung Irans. „Von vielen Freunden vor Ort kommen momentan Signale, dass sich da etwas zusammenbraut“, warnt Zimmer vor einer möglichen Zuspitzung im Konflikt mit den USA. Deshalb hat er die Kasseposition des Meridio Arab World zu Beginn der vergangenen Woche auf 80 Prozent angehoben.

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