Zwölf-Monats-Vergleich
Fondsmanager schichten in Standardwerte um

André Werner und Christoph Singer verfallen auch in turbulenten Phasen der Aktienmärkte nicht in Hektik. Die Berater des HSBC Trinkaus Laplace Euroland Equity Inka verändern ihr Portfolio generell nur alle vier Wochen, und zwar anhand eines mathematischen Modells, das ihnen Kauf- oder Verkaufssignale liefert. Im letzten Monat bescherte der Ansatz dem Fonds allerdings ein schwaches Ergebnis.

HAMBURG. „Innerhalb der vergangenen beiden Monate haben wir trotz der Unruhe auf den Märkten lediglich Mitte August eine Anpassung außer der Reihe vorgenommen“, sagt Werner. Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 35,42 Prozent belegt der Laplace-Fonds in der Kategorie „Aktien Euroland“ erneut den Spitzenplatz.

Im letzten Monat des Betrachtungszeitraums bescherte der quantitative Ansatz dem Fonds allerdings ein schwaches Ergebnis: So verlor er 7,69 Prozent, während etwa der Indexfonds iShares DJ Euro Stoxx Select Dividend mit 1,58 Prozent im Plus lag. „Ein zunächst überdurchschnittliches Minus in Abwärtsphasen ist durchaus typisch für quantitative Modelle“, sagt Werner. Der Grund liege darin, dass diese erst mit Zeitverzögerung auf ein verändertes Anlegerverhalten reagierten.

Auch das gute Abschneiden von Titeln mit hoher Dividendenrendite überrascht ihn nicht: „In kritischen Marktphasen wenden sich die Anleger generell stärker diesen Titeln zu und sorgen für freundliche Kurse.“ Im Portfolio des Laplace-Fonds ist derzeit kein einziger Titel aus diesem Index enthalten, auch wenn Werner und Singer die durchschnittliche Marktkapitalisierung in den vergangenen Wochen auf mehr als zehn Mrd. Euro hochgefahren haben.

Ähnliche Umschichtungen hat Conrad Mattern von der Beratungsgesellschaft Conquest Investment Advisory vorgenommen. „Bei der quantitativ gesteuerten Titelauswahl setzen wir aktuell vor allem auf Titel aus dem Euro Stoxx 50, generell kommen jedoch auch geringer kapitalisierte Unternehmen infrage“, beschreibt Mattern die Zusammensetzung des Conquest Behavioural Finance Aktien AMI. Der rund 35-prozentige Anteil von Nebenwerten machte sich im August jedoch negativ bemerkbar und ließ den bei Ampega Gerling aufgelegten Fonds mehr als drei Prozent verlieren.

„Diese Titel liefen bis zum Beginn der Kursturbulenzen sehr gut, sie wurden darum mit als Erstes von den Anlegern verkauft und gerieten unter Druck“, sagt der Fondsberater. Die im Vergleich zu herkömmlichen Euroland-Fonds weit unterdurchschnittliche Zwölf-Monats-Bilanz erklärt er mit dem von ihm verfolgten Absolute-Return-Ansatz. „Bei uns steht das Vermeiden von Verlusten im Vordergrund, nicht die Erzielung einer höchstmöglichen Rendite“, betont er. Dies sei mit Ausnahme des Augusts durchweg gelungen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%