Zwölf-Monats-Vergleich
Fondsmanager sehen beim Dax noch Potenzial

Der milde Winter in Europa kostete Alexandra Hartmann entscheidende Prozentpunkte. Während viele Vermögensverwalter den Energiekonzern Eon in den vergangenen Monaten zum Teil deutlich untergewichteten, nutzt die Managerin des Fidelity Germany den gesetzlich zulässigen Spielraum und gewichtet die Aktie mit zehn Prozent im Fondsdepot. Das schlägst sich im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich nieder.

HAMBURG. Auch einige von Hartmann favorisierte Wachstumstitel wie SAP oder United Internet konnten die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Die Folge: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der zehn größten Deutschland-Aktienfonds landet der Fidelity Germany mit einem Wertzuwachs von 32,70 Prozent auf dem letzten Platz, unter allen 94 Fonds seiner Vergleichskategorie belegt er Rang 77 (Tabelle).

Trotz des aktuellen Rückstands sieht die Fidelity-Managerin keinen Anlass, ihre auf langfristige Erfolge abzielende Anlagepolitik zu ändern. Im Gegenteil: „Verpassten Chancen hinterher zu rennen wäre das Verkehrteste, was man machen kann“, sagt sie mit Blick auf Dax-Highflyer wie Thyssen-Krupp und VW. Fundamental betrachtet sei Eon noch immer exzellent aufgestellt, und die im Mai 2006 einsetzende Schwächephase wachstumsstarker Unternehmen sieht Hartmann als vorübergehendes Phänomen. Dazu beurteilt sie die generellen Aussichten für deutsche Aktien weiter als gut: „Der Markt ist nicht teuer, und trotz der jüngsten Zinssteigerungen bewegen sich die Realzinsen noch immer auf moderatem Niveau.“

Auch Henning Gebhardt bereitet die Tuchfühlung des Dax mit seinem im März 2000 erreichten Allzeithoch keine Sorgen. „Im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Renten sind Aktien noch immer moderat bewertet, und auch das Momentum der Unternehmensgewinne bleibt positiv“, sagt der Manager des DWS Aktien Strategie Deutschland.

Das mit einem Zuwachs von 45,37 Prozent weit überdurchschnittliche Abschneiden seines Fonds führt Gebhardt auf eine ganze Reihe von Faktoren zurück. „Vereinfacht gesagt waren wir in den richtigen Bereichen über- oder untergewichtet“, erläutert er und nennt in der zweiten Kategorie neben Deutscher Telekom auch Versorger wie RWE und Eon. „Die Branche ist recht teuer geworden, zudem sind viele Fragen zur künftigen Regulierung noch ungeklärt“, begründet der DWS-Manager, warum er nur wenige Eon-Aktien hält.

Als Vorteil sieht Gebhardt auch die Möglichkeit, bis zu 40 Prozent seines Portfolios in Nebenwerte investieren zu dürfen. „Energiewerte wie Nordex oder Solarworld haben die Performance ebenso positiv beeinflusst wie einige zunächst schwach gestartete Neuemissionen des vergangenen Sommers", sagt er.

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