Zwölf-Monats-Vergleich
Fondsmanager sehen kein Ende der Nebenwerte-Rally

Der Lupus Alpha Smaller German Champions macht seinem Namen alle Ehre: Mit einem Zwölf-Monats-Plus von 49,25 Prozent belegt er unter den 16 bei Feri Rating & Research gelisteten Aktienfonds mit Schwerpunkt auf deutschen Nebenwerten unangefochten den Spitzenplatz. Morningstar-Experte Werner Hedrich rät allerdings vom Neueinstieg in deutsche Small Caps ab.

HAMBURG. "Wir sind mit zahlreichen antizyklischen Investments äußerst gut gefahren", kommentiert Heiko Bienek von der Frankfurter Fondsboutique Lupus Alpha das sehr gute Ergebnis. Als Beispiel nennt er die Spezialraffinerie H&R Wasag: "Durch frühzeitige Gespräche mit dem Vorstand wussten wir, dass das Unternehmen eine Ergebniswelle vor sich herschiebt, die bei stagnierendem oder fallendem Ölpreis voll nach oben durchschlägt." Einen guten Riecher bewies das Lupus-Alpha-Team auch mit seinen Engagements bei Deutz, Krones und dem Maschinenbauer Manz Automation. Dessen Aktie hält das Team heute aber nicht mehr im Portfolio. "Nachdem sich der Kurs seit Herbst 2006 vervierfacht hatte, haben wir sukzessive Gewinne mitgenommen", sagt Bienek. Die Aussichten für Nebenwerte beurteilt er trotz der bereits seit mehr als vier Jahren andauernden Rally als gut: "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit mit rund 16 zwar über dem der deutschen Standardwerte, aber die Gewinndynamik ist weiterhin sehr erfreulich."

Auch Ralf Walter hält das Potenzial deutscher Nebenwerte noch nicht für ausgereizt. "Diese Aktien sind aufgrund der höheren Gewinnerwartungen zu Recht teurer", sagt der Manager des 354 Mill. Euro großen Cominvest Adiselekt. Nicht nur das Volumen, auch die Zusammensetzung des Fonds unterscheidet sich deutlich vom Spitzenreiter: So setzt das Lupus-Alpha-Team jeweils rund zur Hälfte auf SDax- und MDax-Werte und hält rund 15 Prozent des Portfolios in kleinen Aktien, die in keinem der Indizes notiert sind.

Komplett außen vor bleiben dagegen Titel aus dem Technologieindex TecDax. Diese gewichtet Walter mit rund 30 Prozent. Entsprechend stark weicht das Portfolio des Adiselekt vom Lupus Alpha Smaller German Champions ab: Bei den zehn größten Aktien beider Fonds gibt es derzeit keine einzige Überschneidung.

"Der Schwerpunkt des Lupus-Alpha-Fonds liegt auf Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung, während beim Adiselekt mittelgroße Firmen im Vordergrund stehen", erklärt Werner Hedrich von Morningstar Deutschland. Je nach Vorliebe der Anleger hält er beide Produkte in ihrer Vergleichsgruppe für eine sehr gute Wahl. Für die nächsten drei Jahre rät er wegen der stark gestiegenen Kurse aber eher zu Fonds mit Schwerpunkt auf Dax-Titeln oder zu Produkten mit Fokus auf europäischen Nebenwerten.

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