Zwölf-Monats-Vergleich
Globale Rentenfonds nutzen ihre Freiheiten

Ein vermeintliches Auslaufmodell als Spitzenreiter: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 173 international investierenden Rentenfonds schaffte der DWS Global-Renten einen beachtenswerten zweiten Platz. Ein Ergebnis, mit dem die wenigsten Kunden gerechnet haben dürften.

HAMBURG. Der von Xueming Song betreute DWS Global-Renten ließ mit einem Wertzuwachs von 5,64 Prozent den fast namensgleichen DWS Global Strategie (Renten) auf Rang vier um fast anderthalb Prozentpunkte hinter sich. Ein Ergebnis, mit dem die wenigsten DWS-Kunden gerechnet haben dürften: Sie vertrauten dem im internen Wettstreit unterlegenen, erst 2006 neu aufgelegten Fonds im laufenden Jahr mehr als 250 Mill. Euro neu an, während der 16 Jahre alte, aber nur noch 29 Mill. Euro schwere DWS Global-Renten fast ein Fünftel seines Volumens einbüßte. Der Hintergedanke dabei ist durchaus nachvollziehbar: Neu aufgelegte Rentenfonds können angesichts der sehr viel breiter gewordenen gesetzlichen Möglichkeiten flexibler auf steigende Zinsen reagieren als ältere Produkte, die lange vor Inkrafttreten der EU-Richtlinie Ucits III an den Start gingen.

Diese Erwartung trifft jedoch auf den DWS Global-Renten nicht zu. "Der Fonds ist zwar alt, wird aber sehr modern gemanagt", sagt Martin Caspary, Produktspezialist für Rentenfonds bei der Deutsche-Bank-Tochter. So sei er auf die erweiterten Ucits-III-Regeln umgestellt und könne beispielsweise über Futures auch bei steigenden Zinsen Gewinne erzielen. In den vergangenen Monaten profitierte Song aber vor allem von Wetten auf einen fallenden Dollar und einen steigenden Yen. "Song darf überall investieren, wo sich Chancen ergeben", sagt Caspary. Dabei könne er kurzfristig Trends folgen und seinen Fonds "wie ein Schnellboot" steuern. Etwas gemächlicher lässt es dagegen Ralf Schreyer beim DWS Global Strategie (Renten) angehen. Songs Kollege investiert langfristig und setzt dabei vor allem auf den Heimatmarkt. Neben dem europäischen Kernportfolio dürfen Schwellenländer-Bonds bis zu 30 Prozent des Fonds ausmachen. Dabei favorisiert Schreyer derzeit neben Mexiko vor allem Türkei-Bonds. "Die Währung ist zwar nicht mehr billig, aber die Zinsen sind noch immer attraktiv", sagt er.

Im Vergleich der beiden, mit einer identischen Verwaltungsvergütung von 0,85 Prozent pro Jahr ausgestatteten Fonds favorisiert Jan Richter derzeit das ältere Modell. "Mit einem globalen Produkt fahren Anleger besser, weil es breiter diversifiziert ist", sagt der Rentenfondsexperte der Münchner Analysegesellschaft Fondsconsult. Ein stark europalastiges Produkt sei hingegen wenig geeignet, die Welt-Rentenmärkte abzudecken.

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