Zwölf-Monats-Vergleich
Heimvorteil sorgt in Osteuropa für Top-Rendite

Der steigende Wohlstand in Mittelosteuropa sorgt für steigende Kurse bei Konsumgüterherstellern und Handelsunternehmen der Region. Besonders stark hat davon der SEB Eastern profitiert. Denn mit 13 Prozent belegen Aktien dieser Branchen in der Sektorgewichtung des Nebenwertefonds den Spitzenplatz.

HAMBURG. Den Durchschnitt aller Osteuropa-Aktienfonds in Deutschland überbietet der SEB-Fonds fast um das Doppelte. Den Erfolg erklärt sich Wojciech Rostworowski mit seiner lokalen Präsenz: "Wir können einen echten Heimvorteil ausspielen", sagt der von Warschau aus investierende Fondsmanager. Mit mehr als einem Drittel des Fonds gewichtet er polnische Aktien am höchsten. Auf Platz zwei folgt Russland. Die drei baltischen Staaten und die Balkanregion kommen bei ihm zusammen auf nur 16 Prozent.

Das ist bei Ralph Luther ganz anders: Der Fondsmanager des Berenberg-Balkan-Baltikum der Universal-Investment lässt Polen und Russland außen vor. Er setzt stattdessen auf den Aufholprozess der kleinen Volkswirtschaften Osteuropas. "Die Marktwirtschaften in Bulgarien, Rumänien, Kroatien und der Ukraine sowie Estland, Lettland und Litauen befinden sich in einem sehr frühen Stadium", sagt Luther. Die Investmentchancen seien hier daher enorm hoch. Seine aktuelle Lieblingsregion ist Rumänien, die er mit 17 Prozent gewichtet.

Auch der Osteuropa Stock der Wiener Fondsgesellschaft Bawag P.S.K. Invest hat von der guten Entwicklung dieser Börse profitiert. "Rumänien ist einer meiner Performancetreiber", erklärt Fondsmanager Manfred Sibrawa. Bei ihm kommt das Land auf knapp sieben Prozent. Damit belegt es nach Russland, Polen und Ungarn Platz vier seiner Ländergewichtung. Wegen ihrer günstigen Aussichten hat Sibrawa neben Rumänien auch Bulgarien, die Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens und die Türkei gegenüber seinem Vergleichsindex übergewichtet. Außerdem setzt er auf Kasachstan und die Ukraine.

"Es ist extrem wichtig, zur richtigen Zeit im richtigen Land investiert zu sein", erklärt Sibrawa. "Die gesamtwirtschaftliche Analyse steht bei uns ganz oben, erst danach folgt die Auswahl der Einzeltitel." Aktien aus Polen, Tschechien und Ungarn seien zwar nicht billig, aber dafür sei das Wirtschaftswachstum deutlich höher. Die baltischen Staaten sind dagegen nicht im Portfolio vertreten. "Zwar spricht die makroökonomische Analyse für diese Länder", so Sibrawa. "Hier herrscht politische Stabilität, die Wirtschaft wächst ordentlich, und die Nähe zu Russland und Skandinavien macht den Wirtschaftsstandort attraktiv." Doch die Börsen sind ihm zu klein, die Aktien häufig viel zu illiquide.

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