Zwölf-Monats-Vergleich
Indexprodukte lassen Fondsmanager alt aussehen

Der jüngste Zwölfmonatsvergleich von Aktienfonds, die auf Telekom - und Medienwerte spezialisiert sind, gerät zum Triumphzug für die Idee des Index-Investments. Geringe Kosten und hohe Effizienz der börsengehandelten Indexfonds sorgen für eine mehr als gute Platzierung im Ranking.

HAMBURG. Der jüngste Zwölfmonatsvergleich von Aktienfonds, die auf Telekom - und Medienwerte spezialisiert sind, gerät zum Triumphzug für die Idee des Index-Investments. Die ersten drei Plätze belegen börsengehandelte Indexfonds (kurz ETFs für Exchange Traded Funds) auf den DJStoxx600 Telecommunications; auf Rang vier folgt ein ETF auf den MSCI Europe Telecommunication Services.

"Das noch immer weit verbreitete Vorurteil, ein Indexfonds bilde den Durchschnitt eines Marktes ab und lande deshalb meistens im Mittelfeld, ist falsch", kommentiert Peter Binz. Der Münchener Honorarberater führt die Depots seiner Kunden aus Kosten- und Effizienzgründen bereits seit Jahren weitgehend auf ETF-Basis. Binz: "Zahlreiche Studien belegen, dass selbst die bekanntesten und beständigsten Investmentfonds es auf Dauer nicht schaffen, die wichtigsten Indizes zu schlagen."

Für die augenblickliche Überlegenheit der führenden Telekommunikations-ETFs sieht Binz allerdings noch einen weiteren, branchenspezifischen Grund. So investierten aktiv verwaltete Fonds nicht nur in Telekom -, sondern auch in Medienunternehmen. Dieser Sektor blieb allerdings auch in den vergangenen zwölf Monaten hinter den Erwartungen zurück. Alle am Ende der Vergleichsgruppe rangierenden Fonds tragen das Wort "Media" im Namen - darunter auch zwei ETFs auf den DJStoxx600 Media, in dem Titel wie Vivendi, Reuters und der britische Werbekonzern WPP den Ton angeben.

Trotz seiner Vorliebe für Indexfonds empfiehlt Binz von sich aus keinen der genannten ETFs. "Wir denken in Konzepten und halten eine taktische Über- oder Untergewichtung einzelner Branchen für wenig sinnvoll", sagt er. Europäische Telekom - und Medienwerte seien sowohl im Stoxx 600 als auch im Euro Stoxx 50 mit rund neun Prozent vertreten und bereits auf diesem Wege in vielen Kundendepots enthalten. Anlegern, die dennoch ganz gezielt auf Telekom-Sektor setzen möchten, rät er zu den beiden Spitzenreitern von Lyxor und BGI Deutschland (ehemals Indexchange). "Beide Fonds investieren nicht direkt in die im Index enthaltenen Aktien, sondern mit Hilfe eines Derivats", erläutert der Berater. In dieser sogenannten Swap-Variante verpflichtet sich eine Bank gegenüber dem ETF-Anbieter, jederzeit exakt die Performance des Vergleichsindexes zu liefern, was die Abweichung zum Referenzindex reduziert und sowohl Kosten- als auch Steuervorteile bietet. Das damit im Konkursfall des Garantiegebers verbundene Kontrahentenrisiko von maximal zehn Prozent hält Binz für "überschaubar".

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