Zwölf-Monats-Vergleich
Japan-Value-Fonds von Nordea gerät unter Druck

Mit der Fondsgesellschaft Nordea verbinden viele Investoren einen erfolgreichen substanzwertorientierten Value-Ansatz. Diesen Ruf verdankt der skandinavische Anbieter vor allem dem Nordea North American Value, aber auch dem Nordea European Value. Beim 2003 aufgelegten Nordea Japanese Value ging das Anlagekonzept in den vergangenen zwölf Monaten jedoch überhaupt nicht auf.

HAMBURG. Mit einem Minus von 25,10 Prozent schrammte dieser Fonds nur knapp am letzten Tabellenplatz unter 124 von Feri Rating & Research analysierten Japanfonds vorbei (Tabelle). Einen Grund für das schlechte Ergebnis sieht Nordea-Manager Paul Danes in der generell hohen Gewichtung von Titeln, die stark von der Inlandsnachfrage abhängen. "Das Gros dieser Aktien lief angesichts der schleppenden Binnenkonjunktur enttäuschend", sagt Danes, der zudem generell einen Bogen um Bereiche wie Schifffahrt, Stahl und Rohstoffe macht. "Die Kurse schwanken ähnlich stark wie die Rohstoffpreise, von denen diese Aktien sehr stark abhängen", begründet er diese Strategie, die sich in den vergangenen Jahren jedoch als nachteilig erwies.

Für die kommenden Monate gibt sich Danes vorsichtig optimistisch. Zwar ließen die Unternehmensdaten nur ein geringes Gewinnwachstum erwarten. "Dies könnte sich für Value-Aktien jedoch als Vorteil erweisen, da sie wieder stärker in den Fokus der Investoren rücken dürften", sagt er. Die Aussichten für die heimische Konjunktur beurteilt Danes allerdings eher skeptisch.

Ebenfalls zurückhaltend gibt sich Kunihiko Sugio. Für den Manager des zweitplatzierten Morgan Stanley Japanese Value Equity stehen dabei allerdings vorwiegend externe Faktoren im Vordergrund. "Die Aktienmärkte sind weltweit hoch bewertet und damit korrekturanfällig", analysiert er. Fallende Kurse in den USA oder Europa würden auch den japanischen Markt belasten. Das Bewertungsniveau in Tokio selbst hält Sugio dagegen nicht für überhöht: "Aktuell liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 18 und ist damit durchaus attraktiv", sagt er.

Nach Einschätzung von Thomas Portig von der Vermögensverwaltung H.C.M. Capital treffen Anleger mit dem Morgan-Stanley-Produkt klar die bessere Wahl. "Der Value-Ansatz wird aus unserer Sicht von Morgan Stanley weitaus konsequenter verfolgt", sagt er. So sei der Nordea-Fonds mit etwa 14 Prozent des Portfolios in Technologieaktien investiert, die üblicherweise nicht zu den klassischen Value-Titeln gehörten. Generell gibt Portig value-orientierten Japanfonds den Vorzug.

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