Zwölf-Monats-Vergleich
Konservative Dachfonds setzen auf Immobilien

Die milliardenschweren Dachfonds Sauren Global Defensiv und DJE Real Estate haben ihre Anleger lange Zeit mit attraktiven und stabilen Renditen verwöhnt. Doch in den vergangenen zwölf Monaten brachten sie mit Zuwächsen von 2,46 beziehungsweise 0,10 Prozent weniger als ein Tagesgeldkonto.

HAMBURG. Dennoch zählen sie damit noch immer zu den zehn besten Fonds der Kategorie "Dachfonds defensiv" (Tabelle). Der Aktienanteil des viertplatzierten Sauren-Fonds besteht vor allem aus Value-Fonds. "Im März haben wir den Anteil des Postens Alpha-Strategie auf sechs Prozent erhöht", so Fondsmanager Eckhard Sauren. Bei diesen Zielfonds wird der Mehrertrag des jeweiligen Managers von der Wertentwicklung seines Vergleichsindex getrennt, so dass auch bei fallenden Kursen Gewinne möglich sind. Als Bollwerk gegen die Auswirkungen der Kreditkrise erwiesen sich zudem offene Immobilienfonds, die Sauren zufolge rund 50 Prozent des Portfolios ausmachen.

Beim DJE Real Estate liegt der Immobilienanteil sogar bei rund 75 Prozent. Weniger als acht Prozent stecken in Aktien und Renten, Geldmarkttiteln und Kasse. Der Rest ist in Zertifikate investiert, die mit Immobilien besichert sind und die Fondsrendite nach unten ziehen. "Diesen Anteil wollen wir auf etwa zehn Prozent drücken", sagt DJE-Chef Jens Ehrhardt.

Die Zertifikate im Portfolio stammen laut Ehrhardt aus der Zeit des ehemaligen Fondsberaters Stefan Thomas-Barein, der inzwischen einen Immobilien-Dachfonds der neu gegründeten Wallberg Kapital betreut. Der externe Manager vom Bankhaus Reuschel war nach Unstimmigkeiten über den Kurs des Fonds seit Mitte vorigen Jahres nur noch für die Auswahl von offenen Immobilienfonds verantwortlich.

Mit welchen Quoten die Immobilienfonds oder andere Anlageklassen ins Portfolio kommen, bestimmt seitdem Ehrhardt.

Er will die Aktienquote von 1,5 Prozent auf bis zu 20 Prozent erhöhen. Besonders aussichtsreich seien asiatische Immobilienaktien, die von den niedrigen US-Zinsen profitierten: "Günstige Hypothekenkredite dürften die Immobiliennachfrage in Asien steigern". Bisher wartet er aber noch ab, weil er Verluste unbedingt vermeiden will. "Der Aktienanteil war in den vergangenen Jahren zwar der Turbo des Fonds, doch 2007 wurde er zum Bremsklotz", so der Fondsmanager.

"Der DJE Real Estate steht bei mir derzeit unter scharfer Beobachtung", kommentiert Fondsexperte Björn Drescher von Drescher die Entwicklung und rät Anlegern, auf mögliche Folgen der Mittelabflüsse zu achten. Diese könnten das Management unter Verkaufsdruck setzen. Seit Jahresbeginn flossen über 300 Mill. Euro ab.

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