Zwölf-Monats-Vergleich
K+S-Aktie senkt Verluste deutscher Nebenwertefonds

Auf Sicht von zwölf Monaten gehören der Allianz-Dit Nebenwerte Deutschland und der Cominvest Adiselekt zu den besten Angeboten ihrer Vergleichsgruppe. Kein Wunder: Die beiden auf deutsche Aktien aus der zweiten Reihe spezialisierten Fonds verfolgen eine ähnliche Anlagestrategie.

HAMBURG. Noch sind Frank Hansen und Ralf Walter Konkurrenten: Hansen betreut bei Allianz Global Investors (AGI) den Allianz-Dit Nebenwerte Deutschland, Walter bei Cominvest den ebenfalls auf deutsche Aktien aus der zweiten Reihe spezialisierten Cominvest Adiselekt. Beide gehören auf Sicht von zwölf Monaten zu den besten Angeboten ihrer Vergleichsgruppe (siehe Tabelle).

Weil aber im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank AGI und Cominvest fusionieren, arbeiten die beiden Fondsmanager womöglich schon bald in einem Team. Ihre Portfolios ähneln sich bereits heute: Titel wie Salzgitter, Gea Group und Hochtief gehören in beiden Fonds zu den zehn größten Einzelaktien, auch die Sektorgewichtungen sind ähnlich. Und in beiden Portfolios stellte der Düngemittelproduzent K+S zuletzt die mit Abstand größte Position.

"K+S hat vom enormen Anstieg der Kalipreise profitiert", erklärt AGI-Manager Hansen die zwischenzeitliche Kursverdopplung seit Jahresbeginn. Er hat die Aktie mit rund acht Prozent gewichtet. "K+S hat im Adiselekt einen Teil der Kursverluste bei Industrie- und Immobilienwerten ausgeglichen", sagt auch Cominvest-Manager Walter. Er musste sich allerdings jüngst von der Aktie trennen: Den Anlagestatuten zufolge darf der Adiselekt keine Dax-Titel halten. Am Montag ersetzte K+S den Touristikkonzern Tui im deutschen Leitindex, der dafür den Platz von K+S im M-Dax übernimmt.

Der Cominvest-Manager hält derzeit aber defensive Titel für attraktiver, weil sie nicht von der Konjunktur abhängig sind. "Dazu zählen unter anderem Aktien aus der Gesundheitsbranche", so Walter. Auch sein zukünftiger Kollege Hansen agiert derzeit noch sehr vorsichtig: "Wir rechnen in den kommenden Monaten mit einem Seitwärtstrend", sagt er. Mit Rhön-Klinikum und Stada gehören aktuell auch im Allianz-Dit Nebenwerte Deutschland zwei Titel aus der Gesundheitsbranche zu den zehn größten Positionen.

Zwar ist derzeit weder von AGI noch von Cominvest ein offizielles Statement zur Zukunft der beiden Nebenwertefonds zu bekommen. Dennoch hält Thomas Portig es für sehr wahrscheinlich, dass eines der beiden Produkte bald vom Markt verschwinden wird. "Es ergibt aus Kostengründen absolut keinen Sinn, diese zwei Fonds langfristig nebeneinander im gleichen Unternehmen bestehen zu lassen", erklärt der Investment-Chef des Münchner Vermögensverwalters HCM Capital Management. Eine andere Möglichkeit wäre Portig zufolge, bei einem der beiden Fonds den Anlageschwerpunkt zu verändern. Generell bescheinigt er beiden Teams eine hohe Kompetenz und Erfahrung.

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