Zwölf-Monats-Vergleich
Manager heben Aktienquote in offensiven Mischfonds an

Nomen est omen - die lateinische Redensart trifft weder auf den Veri-Tresor-Fonds von Veritas SG zu noch auf den Warburg-Defensiv-Fonds von Warburg Invest. Beide Namen deuten auf eine eher vorsichtige Anlagepolitik hin, und doch handelt es sich um überwiegend in Aktien investierende Mischfonds. Und dennoch gehörten beide in der Vergangenheit zu den Besten Angeboten.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten konnten beide Angebote Verluste begrenzen und gehörten mit einem Minus von 2,09 beziehungsweise 2,80 Prozent zu den Besten der Vergleichsgruppe (Tabelle). "Ursprünglich handelte es sich beim Warburg-Defensiv um einen konservativ ausgerichteten Aktienfonds mit Rentenbeimischung", sagt Stefan Kullmann, der den 1997 gegründeten Fonds vor sechs Monaten übernommen hat. Später sei ein klassischer Mischfonds daraus geworden, dessen Aktienquote zwischen 100 und 40 Prozent variieren kann. Als Vergleichsmaßstab dient eine 70/30-Mischung aus den Indizes Euro Stoxx 50 und Rex.

Das gute Abschneiden führt Kullmann zum Teil auf die zügige Reduzierung des Aktienanteils von 80 Prozent Anfang Januar auf zeitweise unter 50 Prozent zurück. "Auf der Rentenseite haben wir darüber hinaus ausschließlich krisensichere Staatsanleihen und Pfandbriefe im Portfolio", ergänzt der Warburg-Manager. Letztlich habe auch sein Vorgänger Weitsicht bewiesen und Bankaktien bereits vor dem Ausbruch der Kreditkrise fast auf Null heruntergefahren.

Was den weiteren Verlauf der Krise betrifft, so hält Kullmann die Talsohle noch längst nicht für durchschritten. "Noch sind nicht alle negativen Nachrichten auf dem Tisch, und spätestens 2009 dürfte der Konjunkturabschwung in den USA auch Europa treffen", sagt er. Weil er aber zunächst mit einer Fortsetzung der Ende März eingeläuteten Erholung rechnet, hat Kullmann den Aktienanteil seines Portfolios kurzfristig wieder auf knapp 60 Prozent angehoben.
Auf eine "Trading-Rally" setzt auch Gerald Fritz. "Die Stimmung ist schlecht, aber die Markttechnik gut", sagt der Manager des Veri-Tresor. Das spreche kurzfristig für weiter steigende Kurse. Daher reizt er die maximale Aktienquote des Fonds von 60 Prozent fast aus. Mittelfristig gibt er sich etwas weniger pessimistisch als Kullmann: "Weitere Rückschläge sind wahrscheinlich, aber das Schlimmste dürfte hinter uns liegen."

Wie im Warburg-Defensiv stehen auch im Veri-Tresor Euroland-Aktien im Vordergrund. Bei der Auswahl verfolgt Fritz einen betont antizyklischen Ansatz und bevorzugt Titel, die wie Siemens, Infineon oder der niederländische Personaldienstleister Randstad überproportional an Wert verloren haben. In Erwartung eines sinkenden Ölpreises hält er auch Fluggesellschaften für kaufenswert.

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