Zwölf-Monats-Vergleich
Mischfonds-Manager halten die Aktienquote hoch

Die amerikanische Immobilienkrise hat viele Fondsmanager auf dem falschen Fuß erwischt. Diejenigen, die Aktien aus dem Donauraum in ihrem Portfolio haben, haben alles richtig gemacht. Universal und Hyposwiss sehen darin nach wie vor großes Potenzial.

HAMBURG. Die amerikanische Immobilienkrise hat Ekkehart Schwartzkopff auf dem falschen Fuß erwischt. Der Berater des Mischfonds Star Portfolio UI von Universal bewies in der Vergangenheit häufig ein sicheres Händchen darin, rechtzeitig vor einem Einbruch an den Aktienmärkten die Barreserve seines Portfolios anzuheben. Dieses Mal war er voll investiert, als es abwärts ging. „Ich hatte erst zu einem späteren Zeitpunkt mit Turbulenzen gerechnet“, kommentiert Schwartzkopff die aktuellen Verluste. In den Zwölf-Monats-Vergleich von 284 flexiblen Mischfonds durch Feri Rating & Research per 30. Juni sind diese bisher nicht eingeflossen: Dort rangiert der Star Portfolio UI mit einem Zuwachs von 36,82 Prozent unverändert auf Rang zwei (Tabelle).

Darüber, dass der Spitzenplatz ernstlich in Gefahr geraten könnte, macht sich Schwartzkopff keine Sorgen. „Für unseren Fonds halte ich die amerikanischen Problemkredite für eine ziemlich unwichtige Angelegenheit“, sagt er. Das Portfolio des Geschäftsführers der Münchener Gesellschaft Market Control besteht zu mehr als einem Viertel aus Banken und Versicherungen. Schwartzkopffs Zuversicht speist sich unter anderem aus dem Spezialthema, auf das er seinen Fonds ausgerichtet hat: der „Wiederauferstehung von Groß-Habsburg auf wirtschaftlicher Basis“.

Aktien aus Österreich und aus Ländern, die bis 1918 zur Donaumonarchie gehörten, machen deshalb mehr als 70 Prozent des Portfolios aus. „Die Banken der Region haben es nicht nötig, ihre Ergebnisse mit faulen US-Krediten zu steigern“, betont er. Schließlich gebe es in Osteuropa eine riesige Nachfrage nach traditionellen Bank- und Versicherungsdienstleistungen, und das sichere noch lange Zeit exzellente Renditen.

Nicht ganz so optimistisch beurteilt Stefan Jäggi die aktuelle Lage. „Die Stimmung für Finanzwerte dürfte zunächst weltweit gedrückt bleiben, und anders als noch vor einigen Jahren betrifft das auch Institute in Österreich oder Rumänien“, sagt der Manager des die Rangliste anführenden Hyposwiss (Lux) Danube Tiger. Nicht nur deshalb spielen Banken in seinem ebenfalls auf den Donauraum ausgerichteten Fonds eine eher untergeordnete Rolle. „Zweifellos macht die Branche in Osteuropa glänzende Geschäfte, vieles davon ist jedoch bereits in den aktuellen Kursen eingepreist“, warnt er. Bessere Chancen für Value-Investoren böten klassische österreichische Industrieunternehmen wie Voest Alpine, Wienerberger und Palfinger oder Firmen, die wie die kanadischen Gesellschaften Gabriel Resources und Carpathian Gold in der rumänischen Goldförderung aktiv seien. Von größeren Engagements an den Rentenmärkten rät Jäggi ähnlich wie Schwartzkopff nach wie vor eher ab.

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