Zwölf-Monats-Vergleich
Münchener Immobilienfonds verpasst den Anschluss

Neuer Name, neues Glück, mag so mancher Anleger des ältesten deutschen Immobilienfonds "iii-Fonds Nr. 1" vor drei Jahren gedacht haben. Damals fusionierte die Münchener Fondsgesellschaft iii-Investments den Fonds mit dem Schwesterprodukt Euro Immo Profil. Doch die Hoffnung auf Besserung wurde enttäuscht.

HAMBURG. Die Rendite blieb kümmerlich, in den vergangenen zwölf Monaten rutschte der Fonds sogar mit 0,56 Prozent ins Minus (siehe Tabelle). Auch von einem Umbau des Fonds von einem Deutschland- zu einem Euro-Land-Produkt ist bisher nicht viel zu spüren: Noch immer dominieren heimische Objekte mit einer Gewichtung von 93 Prozent, obwohl vor drei Jahren ein Auslandsanteil von 20 Prozent angekündigt wurde.

"Bislang gibt es keinen Grund, warum Anleger diesen Fonds auch nur ansatzweise in Erwägung ziehen sollten", urteilt Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer bei Fonds-Consult in München. So befänden sich die Immobilien im Portfolio zumeist nicht in Toplagen, was den hohen Leerstand von rund 20 Prozent erkläre und die Abwertung vieler Immobilien im Portfolio erschwere. "Der Fonds wird mit diesen Altlasten noch Jahre zu kämpfen haben", so seine Einschätzung. Für den aktuellen Spitzenreiter Hausinvest Europa hebt er dagegen den Daumen: "Der Fonds verhält sich genau gegensätzlich zum Euro Immo Profil und profitierte zuletzt unter anderem von Aufwertungen im Immobilienbestand."

An der guten Entwicklung, die dem Fonds auf Sicht von zwölf Monaten ein Plus von 6,91 Prozent bescherte, wollen immer mehr Anleger teilhaben. So sammelte die Commerzbank-Tochter Commerz Real mit diesem Fonds 2007 rund 1,2 Mrd. Euro bei den Anlegern ein. Bisher bereiten die hohen Zuflüsse den Fondsmanagern kein Kopfzerbrechen. "Wir fühlen uns mit einer Liquiditätsquote von 25 Prozent derzeit sehr wohl", sagt Commerz-Real-Vorstandssprecher Hubert Spechtenhauser.

Er begründet dies mit zwei Aspekten: "Zum einen haben wir bislang mit rund 4,4 Prozent eine durchaus beachtliche Rendite mit unseren liquiden Mitteln erwirtschaftet, zum anderen ist ein Großteil der Gelder bereits für konkrete Projekte eingeplant."

Zu den Märkten, die Spechtenhauser für aussichtsreich hält, gehört trotz der jüngsten Verwerfungen auch Großbritannien: "Wir haben dort seit drei Jahren weder ge- noch verkauft und sehen nach der deutlichen Marktkorrektur wieder Einstiegsgelegenheiten." Langfristig sei vor allem der Standort London attraktiv, da sich die Stadt immer mehr zu einem globalen Wirtschaftszentrum wandele. Chancen sieht er zudem auf den etablierten Märkten in Frankreich, Deutschland und den Benelux-Ländern.

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