Zwölf-Monats-Vergleich
Nachhaltigkeitsfonds meiden Finanztitel

Bei der Frankfurter Fondsgesellschaft Union Investment spielen ethische Geldanlagen eine wichtige Rolle. „Wir beschäftigen uns seit über zehn Jahren mit diesem Thema, weil zu unserem Kundenkreis auch kirchliche Banken gehören“, sagt Union-Manager Ingo Speich. Seit Anfang 2008 kümmert sich sogar ein eigenständiges Team um die Auswahl entsprechender Aktien.

HAMBURG. „Wir werden unser Research in den kommenden Jahren noch einmal deutlich ausbauen“, kündigt Speich an.

Bereits die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse können sich sehen lassen. So belegt der von Speich betreute und exklusiv über die Regensburger Liga-Bank und die Pax-Bank in Köln vertriebene Liga-Pax-Cattolico-Union im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 39 nachhaltig investierenden Aktienfonds Rang zwei (siehe Tabelle).



Für dessen Portfolio wählt Speich aus den 300 im Ethical Index Global Return vertretenen Aktien etwa 80 Titel aus. „Für diesen in enger Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche entwickelten Index gibt es klare Ausschlusskriterien“, erläutert der Union-Manager. Keine Chance auf eine Aufnahme hätten beispielsweise Firmen aus den Bereichen Alkohol, Tabak, Glücksspiel oder Atomkraft. „Seit der Übernahme von Schering ist aber auch Bayer verpönt“, erinnert Speich an die Vorbehalte kirchlicher Organisationen gegenüber Verhütungsmitteln.

Den im Vergleich zur Konkurrenz moderaten Zwölf-Monats-Verlust in Höhe von 15,27 Prozent erklärt Speich unter anderem mit seiner Zurückhaltung bei Finanz- und Konsumwerten, aber auch mit der Möglichkeit, in stürmischen Zeiten die Barreserve auf 25 Prozent oder mehr anzuheben. Seit einigen Wochen baut er jedoch Liquidität ab und hält nach unterbewerteten Titeln aus dem Finanzsektor Ausschau. Reinrassige Investmentbanken meidet er allerdings.

Anders als der Liga-Pax-Cattolico-Union ist der auf Rang eins liegende und ursprünglich für das Pensionskassengeschäft aufgelegte Espa Vinis Stock Global der Erste-Sparinvest mittlerweile auch im freien Vertrieb erhältlich. Espa-Manager Wolfgang Pinner befolgt einen Auswahlprozess, der Ähnlichkeiten mit dem Union-Konzept aufweist: Firmen, die sich mit Begriffen wie Kernkraft oder Kinderarbeit in Verbindung bringen lassen, sind tabu. In der Folge entscheidet der Grad der Nachhaltigkeit und daneben die ökonomische Attraktivität.

Auch Pinner führt das gute Abschneiden vor allem auf seine defensive Ausrichtung und den weitgehenden Verzicht auf Finanzwerte zurück, hält aber die Zeit noch nicht reif für Zukäufe. „Wahrscheinlich werden wir die Juli-Tiefstände in den kommenden Monaten noch einmal testen“, warnt er.

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