Zwölf-Monats-Vergleich
Nordamerika-Fonds von Nordea mit neuem Konzept

Auf den ersten Blick hinterlässt der Nordea North American Equity Fund im Jahresvergleich einen guten Eindruck. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sich dies als trügerische Vorstellung. Als Konsequenz hat die skandinavische Investmentbank die Notbremse gezogen.

HAMBURG. Der gute Eindruck, den der Nordea North American Equity Fund HB NOK mit einem Minus von nur 10,31 Prozent (Rang vier, Tabelle) macht, täuscht: Zum einen handelt es sich um einen auf norwegische Kronen lautenden Spiegelbildfonds des 1999 aufgelegten Originals, der Währungsschwankungen zu 100 Prozent absichert. Zum anderen hinkt das Original (Zwölf-Monats-Verlust: 24,16 Prozent) längerfristig betrachtet klar hinter dem Vergleichsindex MSCI USA und dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe hinterher. Auf Zwölf-Monatssicht wurden 262 auf US-Standardaktien spezialisierten Fonds verglichen.

Die skandinavische Investmentgesellschaft hat daher die Notbremse gezogen und Ende Juni die US-Vermögensverwaltung Aletheia Research als Berater eingesetzt. Deren Manager Peter Eichler hat das Portfolio komplett ausgetauscht und unter anderem den Anteil an Energiewerten von 21 auf über 31 Prozent aufgestockt. "Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass wir den Energiesektor an sich außergewöhnlich spannend finden", betont Eichler, der sich als klassischer Stockpicker sieht.

Weil er nur Wachstumsaktien kauft, hat der Fonds inzwischen einen neuen Namen: Nordea North American Growth. Zu den größten Positionen gehören Suncor Energy, Tesoro Petroleum, Murphy Oil, Chesapeake Energy und - außerhalb des Energiesektors - IBM, Coca Cola und Caterpillar.

"Der Berater Aletheia ist zwar in Deutschland ein unbeschriebenes Blatt, dafür aber in den USA umso bekannter", sagt Jens Herdack. Der Fondsanalyst der Berliner Weberbank hat keinen Zweifel, dass Nordea sich "einen sehr guten Partner ins Boot geholt" hat und der Nordea North American Growth künftig zu einem der erfolgreichsten Fonds für deutsche Investoren werden könnte.

Tatsächlich lassen die von Aletheia präsentierten Ergebnisse aufhorchen: So legte das von Eichler betreute Portfolio in den vergangenen fünf Jahren auf Dollar-Basis um 420 Prozent zu, 250 Prozentpunkte mehr als der breite Markt.

Einen namhaften Berater verpflichtete 2004 auch die Frankfurter Gesellschaft Universal für den WM Helios Amerika UI-Fonds. Tatsächlich schaffte es der Münchener Vermögensverwalter Wolfgang Mayr, den 1994 gegründeten Fonds in den Performance-Hitlisten nach vorne zu bringen; im Zwölf-Monats-Vergleich belegt er Rang neun. Allerdings sank das Volumen in den vergangenen vier Jahren von fünf Mill. auf eine Mill. Euro. "Wir ziehen deshalb eine Fondsschließung ebenso in Erwägung wie eine Fusion", sagt Universal-Marketingleiter Michael Wolf auf Nachfrage.

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