Zwölf-Monats-Vergleich
Nur vier Osteuropa-Fonds liegen im Plus

Für die türkischen Märkte ist das laufende Jahr bisher alles andere als erfolgreich verlaufen. Völlig anders verlief dagegen die Entwicklung im russischen Raum. Doch nicht jede Aktie gewinnt - und viele Osteuropa-Fonds weisen eine negative Jahresbilanz auf.

HAMBURG. Die Börse in Istanbul gehört 2008 zu den schwächsten Märkten weltweit, im ersten Halbjahr summierte sich das Minus währungsbereinigt auf mehr als 45 Prozent. Politische Unruhen und die allgemeine Risikoscheu der Anleger forderten ihren Tribut.

Von der Entwicklung auf dem falschen Fuß erwischt wurden Oleg Biryulyov und Sonal Pandit. Die Manager des Osteuropa-Fonds JPM Eastern Europe Equity von JP Morgan haben türkische Aktien seit Monaten übergewichtet und aktuell mehr als zehn Prozent am Bosporus investiert. Der guten Entwicklung tat das bisher aber keinen Abbruch: Als eines von nur vier Angeboten seiner Vergleichsgruppe liegt der JPM Eastern Europe Equity auf Zwölf-Monats-Sicht im Plus und erzielte dabei einen Zuwachs von 3,35 Prozent (siehe Tabelle).

Aufgefangen hat das Türkei-Minus vor allem das hohe Engagement in russischen Aktien, die rund zwei Drittel des Fondsvermögens ausmachen. "Die steigenden Rohstoffpreise und die Euphorie über potenzielle Steuervergünstigungen für den Energiesektor kamen dem Markt zugute", sagt Biryulyov. Gleichwohl misstrauen die JP-Morgan-Manager Energieaktien wie Lukoil oder Gazprom und bevorzugen stattdessen Rohstofftitel wie Norilsk Nickel oder den Lebensmittelhändler Magnit. Die weiteren Aussichten für Moskaus Börse beurteilen sie als "stabil".

Überhaupt nicht in Russland aktiv ist dagegen Peter Reichel von der Hamburger Berenberg Bank. Auch die Türkei gehört nicht zum Anlageuniversum des von ihm betreuten Berenberg East European Small & Mid Caps. Der massive Zwölf-Monats-Verlust von mehr als 40 Prozent geht im wesentlichen auf Beteiligungen an kleineren Unternehmen in Polen, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und im Baltikum zurück. "Wir investieren vornehmlich in Länder, die Mitglied der EU sind und von Fördergeldern profitieren", betont Reichel. Den Absturz seines Fonds erklärt er mit Gewinnmitnahmen nach Einsetzen der Finanzkrise, die Nebenwerte überproportional getroffen hätten.

Der Berenberg-Manager hofft nun auf die gerade anlaufende Berichtssaison, die den Fokus der Anleger wieder stärker auf Fundamentaldaten richten soll. Reichel: "Viele Aktien sind trotz langfristig guter Geschäftsaussichten extrem günstig bewertet, mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von teilweise unter sechs und Dividendenrenditen von über sieben Prozent." Sein Ausblick auf das dritte Quartal und auch auf 2009 bleibt deshalb positiv - vor allem für Polen, wo aktuell fast 40 Prozent der noch im Berenberg East European Small & Mid Caps verbliebenen Gelder investiert sind.

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