Zwölf-Monats-Vergleich
Osteuropa-Fonds stürzen ab

Mit Kursverlusten von bis zu 80 Prozent stehen die osteuropäischen Börsen ganz oben auf der weltweiten Verliererliste. Auch die Aktienfonds aus der Region müssen verheerende Verluste hinnehmen. Insbesondere Bankaktien belasten die Portfolios - doch die Krise erreicht nicht alle Branchen.

FRANKFURT. In der Feri-Jahresabrechnung weist für 2008 kein Osteuropa-Fonds eine positive Bilanz aus. Vielmehr enttäuschen sie ihre Anteilseigner mit durchschnittlich 67 Prozent Wertverlust (siehe Tabelle).

Der Bankensektor zieht die Aktienindizes in Budapest, Prag und Warschau ins Minus. Mit knapp 40 Prozent dominieren Finanzinstitute die osteuropäischen Börsen. Und Aktienfonds, die sich in den vergangenen zwölf Monaten an die Sektorallokation des MSCI-Eastern-Europe hielten, verloren ebenso wie ihr Vergleichsindex.

Der bestplatzierte Osteuropa-Fonds in der Feri-Hitliste dagegen, hält sich nicht an die Benchmark: "Der Anteil an Bankaktien im Portfolio liegt derzeit unter einem Prozent", sagt Peter Reichel vom Berenberg-East-European-Small & Midcaps-Fonds. Er setzt auf defensive Aktien von Unternehmen, die einen stabilen und vor allem nachhaltigen Geldstrom nachweisen können. Banken in Osteuropa gehören für ihn nicht dazu. "Zwar meldeten viele Finanzinstitute im zweiten und dritten Quartal 2008 ordentliche Gewinnsteigerungen, aber die rührten zu einem großen Teil aus der Auflösung von Rückstellungen und nicht nachhaltigen Handelsgewinnen", sagt Reichel.

Sein Favorit ist der ungarische Schnapsbrenner Zwack Unicum. In den ersten 20 Handelstagen 2009 stieg die Aktie um 30 Prozent. "Das Unternehmen hat so viel Barmittel in der Kasse, dass es nicht mehr weiß wohin mit dem Geld und es nun eine Sonderauszahlung gibt", sagt Reichel. Zwack Unicum schüttet eine Zwischendividende von umgerechnet fünf Euro je Aktie aus. "Die Anteilseigner-Struktur ist stabil und das Geschäftsmodell krisenunabhängig" sagt der Experte. Der Spirituosenriese Underberg und der internationale Getränkekonzern Diageo halten 50 beziehungsweise 25 Prozent der Anteile.

Bis 2013 will die Europäische Union noch rund 136 Mrd. Euro Fördermittel an Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien auszahlen. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen laut Reichel davon am ehesten profitieren.

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