Zwölf-Monats-Vergleich
Rentenfonds profitieren von Fremdwährungen

Mit Investitionen in Osteuropa hat Carmen Daub für ihre Anleger in den vergangenen Jahren häufig überdurchschnittliche Renditen erzielt. So auch in den vergangenen zwölf Monaten: Der von Daub betreute OP Extra Portfolio von Oppenheim schaffte einen Zuwachs von 4,98 Prozent und damit fast zwei Prozentpunkte mehr als jeder andere Fonds der Vergleichsgruppe „Renten Europa“.

HAMBURG. In der Regel sind sei sie zu rund 40 Prozent in Osteuropa investiert, sagt Daub. Derzeit gewichtet die Oppenheim-Managerin dabei Anleihen eher unter, einzelne Währungen aber deutlich stärker. Ganz besonders die slowakische Krone, die allein im Mai sechs Prozent an Wert gewann und im OP Extra Portfolio zwischenzeitlich fast 20 Prozent einnahm. Nachdem die EU Anfang Mai der Euro-Beitritt für Januar 2009 genehmigt habe, werde nun Anfang Juli der Wechselkurs festgelegt, erläutert Daub. Sie erwarte bis dahin weitere Gewinne. Ein ähnlich positives Szenario zeichnet sie für den polnischen Zloty und die Tschechenkrone, deren Euro-Beitritt 2012 sie für recht wahrscheinlich hält. Positiv sei auch das Umfeld für die kroatische Kuna.

Weniger optimistisch gibt sich die Oppenheim-Managerin derzeit für den Euroland-Rentenmarkt. Zwar hätten die meisten Marktteilnehmer die nächste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank bereits eingepreist, so dass es kurzfristig sogar zu einer kleinen Erholung kommen könne. Daub geht jedoch davon aus, dass die Europäische Zentralbank im zweiten Halbjahr insgesamt zwei Mal die Zinsen anheben wird, und hat deshalb die mittlere Zinsbindungsdauer (Fachwort: Duration) ihres Portfolios weiter auf nur noch 3,5 Jahre verkürzt.

Joachim Buddendick von der Fondsgesellschaft Union Investment, Co-Manager des auf Rang sechs liegenden VR-Vermögenskonzept R, geht dagegen nur von einer Zinserhöhung aus. Gleichwohl sieht auch Buddendick keinen Anlass für überschwänglichen Optimismus. „In den USA werden die Zinsen bald wieder steigen“, sagt er und disponiert entsprechend vorsichtig. Das gelte auch für die Auswahl der einzelnen Papiere: Strukturierte Produkte seien tabu, derzeit befänden sich ausschließlich Staatsanleihen und Pfandbriefe im Portfolio.

Auch bei Fremdwährungen sieht Buddendick derzeit mehr Risiken als Chancen. Aktuell beträgt der ungesicherte Fremdwährungsanteil in seinem Portfolio weniger als zehn Prozent, knapp die Hälfte davon besteht aus Yen-Titeln. „Performance lässt sich derzeit vor allem mit der aktiven Steuerung der Duration erzielen“, sagt Buddendick. Mit fünf Jahren und drei Monaten liegt sie bei ihm fast zwei Jahre höher als im Oppenheim-Fonds.

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