Zwölf-Monats-Vergleich
Rentenfondsmanager setzen auf kurze Laufzeiten

Vor dem Hintergrund von Inflationsängsten gilt es als wahrscheinlich, dass die Zentralbanken eine stabilitätsorientierte Politik verfolgen. Fonds-Manager wie Michael Schiller von Union Investment erwarten steigende Zinsen, folglich Kursverluste am Rentenmarkt - und scheuen das Risiko.

HAMBURG. Der Manager des globalen Rentenfonds Liga-Pax-Rent-Union rechnet weiterhin mit einem schwierigen Umfeld für Anleihen. "Die globalen Zinsmärkte sind gefangen zwischen Inflations- und Wachstumsängsten", so Schiller. "Derzeit überwiegen eindeutig die Inflationsängste."

Vor diesem Hintergrund sei es wahrscheinlich, dass die Zentralbanken eine stabilitätsorientierte Politik verfolgten. Im Klartext heißt das: Schiller erwartet steigende Zinsen und damit Kursverluste am Rentenmarkt. Gekauft hat er deshalb vor allem Papiere mit kürzerer Duration. Für attraktiv hält der Union-Investment-Manager derzeit beispielsweise Pfandbriefe mit kurzer Laufzeit sowie defensive Firmen- und Finanzanleihen, "die inzwischen im zweijährigen Bereich Renditen von rund sechs Prozent erreichen."

In den vergangenen zwölf Monaten hat vor allem die hohe Gewichtung von deutschen und französischen Staatsanleihen für ein Plus von 4,71 Prozent gesorgt. Damit liegt der von der Liga Bank und der Pax-Bank aufgelegte und von den beiden Kirchenbanken auch primär vertriebene Rentenfonds an der Spitze des jüngsten Performance-Vergleichs von Feri Rating & Research. Zum guten Ergebnis beigetragen hat auch, dass Währungsrisiken, vor allem gegenüber US-Dollar und Yen, inzwischen weitgehend abgesichert sind. "Die Stärkephase des Euros ist noch nicht beendet. Wir werden darum so lange keine strategischen Währungspositionen mehr eingehen, bis sich ein eindeutiger Trend abzeichnet", so der Fondsmanager.

Das sieht Cordula Bauss von Cominvest anders. "Unsere Dollar-Position dürfte sich in den kommenden Monaten zu einem der größten Performance-Treiber entwickeln. Wir werden sie darum weiter ausbauen", so die Managerin des MK Rentex, der auf Rang acht liegt. Als Grund nennt Bauss die aktuelle Unterbewertung des US-Dollars. Zudem habe die US-Notenbank den schwachen Greenback als Inflationsrisiko erkannt.

Bauss hat das Management des internationalen Rentenfonds erst im August 2007 übernommen. Ebenso wie Schiller investiert sie überwiegend in Euro-Staatsanleihen und darf bis zu 30 Prozent des Portfolios in aussichtsreiche festverzinsliche Wertpapiere wie Unternehmens- oder Fremdwährungsanleihen investieren. Rund zehn Prozent des Fondsvermögens sind in Anleihen angelegt, die auf norwegische Kronen und US-Dollar lauten. Performance-Bringer in den vergangenen zwölf Monaten waren ähnlich wie beim Liga-Pax-Rent-Union vor allem die deutschen Staatsanleihen. Auch Bauss setzt zudem verstärkt auf Papiere mit kurzer bis mittlerer Duration.

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