Zwölf-Monats-Vergleich
Stiftungsfonds setzen auf europäische Wertpapiere

Längst nicht jede der bundesweit rund 14 000 Stiftungen kann ihre Gelder professionell selbst verwalten. Einen Ausweg bietet die Investmentbranche über Fonds, die den Bedürfnissen dieser Einrichtungen Rechnung tragen. Zumindest zwei davon brauchen den Vergleich mit klassischen Mischfonds nicht zu scheuen.

HAMBURG. "Da Verluste unbedingt vermieden werden sollen, ist der Aktienanteil generell auf maximal 30 Prozent begrenzt; zudem werden in der Regel nachhaltige Kriterien berücksichtigt", beschreibt Björn Drescher, Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier", die Merkmale.

Insgesamt 13 Stiftungsfonds sind als Publikumsfonds konzipiert und stehen damit auch Privatanlegern offen. Zumindest zwei davon, der Deka Stiftungen-Balance und der DVG Stiftungsfonds von DWS, brauchen den Vergleich mit klassischen konservativen Mischfonds nicht zu scheuen: Mit einem Wertzuwachs von 5,15 beziehungsweise 4,69 Prozent belegen sie im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich dieser Kategorie die Plätze drei und fünf (Tabelle). Deka-Manager Thorsten Rühl stützt sich bei der Titelauswahl auf ein quantitatives Modell, das den Ertrag unter der Voraussetzung optimieren soll, das Kapital auf Sicht von fünf Jahren zu mindestens 99 Prozent zu erhalten. Während Rühl auf der Rentenseite international anlegt, konzentriert er sich bei der Aktienauswahl vor allem auf Europa: "Für den Fonds kommen ausschließlich Unternehmen in Frage, die im Dax, im Dow Jones Euro Stoxx, im MSCI EMU oder einem anerkannten Nachhaltigkeitsindex gelistet sind", sagt der Deka-Manager. Derzeit schöpft er die maximal zulässige Aktienquote von 30 Prozent voll aus.

DWS-Manager Ralf Schreyer hat sich dagegen vorsichtiger positioniert: "Wir haben das Aktieninvestment des DVG Stiftungsfonds in den vergangenen Wochen auf 21 Prozent reduziert", sagt er. Anders als Rühl nimmt Schreyer nicht nur auf der Aktien-, sondern auch auf der Rentenseite ausschließlich europäische Papiere ins Portfolio.

Das gute Abschneiden seines Fonds führt der DWS-Manager auf den erfolgreichen Mix aus Aktien, Euro-Renten und diversen Konvergenzwährungen Europas zurück. Die Aussichten, mit seinem Fonds auch in den kommenden zwölf Monaten die generell angestrebte Zielmarke von vier Prozent zu übertreffen, bezeichnet er als gut. Die Rentenmärkte gäben ein solches Ergebnis her.

Nach Einschätzung von Björn Drescher stellen beide Produkte eine gute Wahl unter den konservativen Mischfonds dar. Dass sie als Stiftungsfonds konzipiert sind, sieht er dabei nicht als besonderes Kaufargument. "Privatanleger sollten sich nicht am Namen dieser Fonds orientieren, sondern am Risikoprofil", sagt Drescher.

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