Zwölf-Monats-Vergleich
US-Aktienfonds erzielen zweistellige Zuwächse

Um US-Aktien macht das Gros der internationalen Investoren nach wie vor einen Bogen. In der jüngsten Fondsmanager-Umfrage von Merrill gab nur jeder vierte Fondsmanager an, dass er diese Aktien übergewichtet - zurückhaltender zeigten sich die Befragten bei keinem anderen der großen globalen Aktienmärkte. Dabei ließ sich auch dort Geld verdienen.

HAMBURG. Dies zeigt die aktuelle Auswertung von Feri Rating & Research unter 263 US-Aktienfonds. Die US-Gesellschaft Alger erwirtschaftete mit dem Spitzenreiter American Asset Growth in den vergangenen zwölf Monaten auf Euro-Basis immerhin einen Wertzuwachs von 22,79 Prozent und lag damit um gut zehn Prozentpunkte über dem Sektordurchschnitt (Tabelle). Die Zurückhaltung der internationalen Anleger gegenüber dem US-Aktienmarkt wertet Fondsmanager Patrick Kelly als vorteilhaft: "Viele Unternehmen werden trotz guter Ergebnisse kaum beachtet und sind daher entsprechend günstig bewertet." Fündig wurde Kelly zuletzt vor allem bei Technologiewerten, in denen rund ein Drittel des Portfolios investiert ist. Mit rund neun Prozent liegt der Anteil der Finanztitel deutlich niedriger. "Angesichts der Immobilienblase und der möglichen Probleme für die Kreditwirtschaft halten wir uns in diesem Segment zurück", sagt Kelly.

Frank Lingohr ist dagegen mit rund 23 Prozent des Portfolios in diesen Papieren investiert und lässt sich von den Marktstimmungen nicht aus der Ruhe bringen: "Wir investieren ausschließlich nach umfangreichen quantitativen Kriterien", sagt der Geschäftsführer der Investmentboutique Lingohr & Partner. Er berät seit Anfang 2006 den Lingohr-Amerika-Systematic-LBB-Invest, der zuvor unter dem Namen BB-Amerika-Invest firmierte.

Bislang bekam der Beraterwechsel dem Fonds sehr gut: Er belegt mit einem Plus von 18 Prozent den zehnten Platz. Anders als Kelly, der sich auf Wachstumswerte konzentriert, durchforstet Lingohr den US-Aktienmarkt mit Hilfe des so genannten Chicco-Modells vor allem nach Substanzwerten (Value): "Am Anfang des Analyseprozesses steht das Sammeln wichtiger Unternehmenskennzahlen, die unterschiedlich gewichtet werden", beschreibt Lingohr das Modell, mit dem im zweiten Schritt eine 100 Aktien umfassende Rangliste ermittelt wird. Daraus ergeben sich dann die Entscheidungen für das Kaufen, Halten und Verkaufen der einzelnen Aktien.

"Anhand dieser Liste passen wir das Portfolio wöchentlich an, zudem wird der gesamte Aktienbestand halbjährlich durchleuchtet", sagt Lingohr, der je nach Marktlage auch Aktien beimischt, die gemeinhin als Wachstumswerte gelten. "Wir orientieren uns nicht an einer vorgegebenen Zuordnung zu Wachstums- oder Substanzwerten, sondern ausschließlich an den Kennziffern."

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