Zwölf-Monats-Vergleich
US-Fonds bereiten nur wenigen Anlegern Freude

Hypothekenkrise, Dollarschwäche, Rezession: Negativmeldungen beherrschen zurzeit das Erscheinungsbild Amerikas. Das bekamen Anleger mit US-Aktienfonds im Depot zu spüren. Von 261 Produkten am deutschen Markt haben nur zwei ihren Besitzern in den vergangenen zwölf Monaten einen Gewinn beschert.

HAMBURG. Das größte Plus schaffte der US Twenty Fund der amerikanischen Gesellschaft Janus. Dieser Fonds setzt auf ein sehr konzentriertes Portfolio aus nur 27 Titeln. Für die Aktienauswahl ist Ron Sachs verantwortlich, der das Fondsmanagement im Januar von Scott Schoelzel übernommen hat. Am Anlagestil hat sich aber nichts verändert: In den Fonds kommen nach wie vor Aktien, die ein starkes Wachstum versprechen. Die meisten davon findet Sachs im Gesundheitswesen, dem mit mehr als einem Fünftel des Fonds am stärksten gewichteten Sektor.

„Ich achte darauf, dass ein Unternehmen in der Lage ist, hohe Preise am Markt durchzusetzen“, erklärt Sachs, der zu Beginn seiner Amtszeit ein glückliches Händchen bewies. „Wir haben unsere Aktien von Bear Stearns bereits im Januar komplett verkauft“, berichtet er. Zwei Monate später stürzte der Kurs der Investmentbank ins Bodenlose, wovon auch Bill Miller schwer getroffen wurde. Die US-Version des von ihm gemanagten Legg Mason Value war einer der größten Anteilseigner.

Millers Fehlgriffe bei Opfern der US-Hypothekenmarktkrise – neben Bear Stearns unter anderem Countrywide Financial – ließen den Wert des Fonds auf Jahressicht um mehr als ein Drittel einbrechen. „Unser Portfolio ist meiner Meinung nach in guter Verfassung, trotz oder gerade wegen der schwachen Performance“, kommentiert der Fondsmanager. So seien die Kurse der Firmen stärker gefallen als die dahinter stehenden Werte.

Miller ist ein klassischer Value-Investor, der mit seiner Substanzstrategie den Durchschnitt des US-Aktienmarkts 15 Mal in Folge auf Jahressicht schlug. In den vergangenen zwei Jahren aber lag er hinter dem S&P 500. Er bleibt aber optimistisch: „Weil die Lücke zwischen Börsenwert und wahrem Wert der von uns gehaltenen Unternehmen immer größer wird, steigen unsere potenziellen Erträge in der Zukunft“.

„Der Miller-Fonds wurde auch deshalb von der US-Finanzkrise hart getroffen, weil er relativ aggressiv investierte“, erklärt Dirk Rathjen, Leiter des Bereichs Investment bei Skandia in Deutschland. Er verantwortet das Management der Dachfonds der Versicherungs- und Investmentgesellschaft und bevorzugt weder Growth- noch Value-Fonds grundsätzlich. Aktuell favorisiert er das Janus-Produkt: „Ich halte Growth-Fonds für attraktiv, denn der Preisaufschlag für Wachstumsunternehmen ist niedrig.“

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