Zwölf-Monats-Vergleich
Wasserfonds geraten in den Abwärtssog

Bei den zehn größten Branchenfonds Deutschlands herrscht ein Thema vor: Rohstoffe. Gleich sechs Produkte sind auf dieses Thema fokussiert und überzeugen dank des Rohstoff-Booms mit glänzenden Ergebnissen.

HAMBURG. Die besten vier Fonds erzielten im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich zweistellige Renditen (siehe Tabelle). Nicht ganz so rosig sieht es dagegen bei Fonds aus, die auf den Wassersektor spezialisiert sind. Mit einem Minus von knapp zwölf Prozent liegen der Pictet Water und der bei Julius Bär aufgelegte SAM Sustainable Water am Ende des Feldes. „Wasser ist kein Rohstoff, sondern eine Dienstleistung“, sagt Pictet-Manager Hans Peter Portner. Deshalb hätten Wasseraktien nicht davon profitieren können, dass Investoren ihr Geld während der Kreditkrise von Aktien in Rohstoffe umschichteten.

Die größten Branchenfonds

Hinzu kommt, dass der Pictet Water nicht nur in reine Wasserunternehmen wie den Abwasseraufbereiter Suez, den Wasserversorger Severn Trent oder den Pumpen- und Filterhersteller Pentair – alle drei gehören derzeit zu Portners Favoriten – investiert ist. Der Pictet-Manager nimmt beispielsweise auch Titel von Mineralwasserverkäufern auf. So gehören die Konzerne Nestlé und Danone derzeit zu den fünf größten Positionen. Diese Aktien haben in einem insgesamt schwachen Börsenumfeld Kursverluste verzeichnet.

Auf die Verbindung von Wasser und Ernährung setzt auch der SAM Sustainable Water Fund, allerdings in anderer Form als das Konkurrenzprodukt von Pictet. Beispiel: Chaoda Modern Agriculture. Bei dem asiatischen Unternehmen handelt es sich um einen Betrieb, der wassereffizient Gemüse anbaut. „Derzeit profitiert das Unternehmen von der steigenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Gütern“, erklärt Fondsmanager Dieter Küffer sein Faible für die Aktie. Bei der Auswahl der Positionen sucht Küffer nach Trends, die die Branche bewegen, etwa effiziente Bewässerungsmethoden oder die Meerwasserentsalzung.

„Der Anleger kauft bei diesem Fonds auch einen Nachhaltigkeitsansatz, bei dem ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt werden“, erklärt Fonds-Analyst Jens Herdack von der Berliner Weberbank.

Wer das für sein Depot wünsche, sei mit dem Wasserfonds von SAM gut bedient. „Letztlich ist der Investor aber in beiden Produkten sehr gut aufgehoben“, so Herdack. Denn die Branche eigne sich grundsätzlich gut als Depotbeimischung. Faktoren wie der Klimawandel oder die stärkere Wasserverschmutzung in den Schwellenländern versprächen für die Zukunft ein hohes Renditepotenzial. Herdack: „Das wird eines des wichtigsten Themen des nächsten Jahrzehnts für die Welt darstellen.“

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