Zwölf-Monats-Vergleich
Wasserfonds verzeichnen einen starken Zulauf

Wasserfonds bescherten Anlegern im vergangenen Jahr sprudelnde Gewinne und den Fondsgesellschaften hohe Kapitalzuflüsse. Unter den zehn größten Branchenfonds in Deutschland gibt es bereits zwei Produkte, die ausschließlich in Unternehmen der Wasserbranche investieren. Sowohl der SAM Water Fund als auch der Pictet Funds (Lux) Water erzielten in den vergangenen zwölf Monaten überdurchschnittliche Erträge. Doch den Anbietern beschert der Verkaufserfolg nicht nur Freude.

HAMBURG. So musste die Schweizer Privatbank Pictet ihrem Fonds Anfang April teilweise den Hahn abdrehen. Der Grund: "Mit einem Volumen von inzwischen über vier Mrd. Euro haben wir die kritische Fondsgröße erreicht", sagt Manager Hans Peter Portner. Daher darf jeder Vertriebspartner pro Tag insgesamt höchstens 500 000 Euro investieren.

Das stark gestiegene Volumen zwingt Portner bereits, etwa die Hälfte des Geldes in große Unternehmen zu investieren. Ursprünglich wollte er vor allem auf Nebenwerte setzen. Firmen aus der Wassertechnologie und-versorger haben mit 37 beziehungsweise 36 Prozent die größten Anteile am Portfolio. "Aktien von Versorgern und Industrieunternehmen sind recht defensive Substanzwerte und senken automatisch das Risiko", sagt der Manager. So hat der Fonds den August trotz der Turbulenzen an den Aktienmärkten mit einem Plus von 1,8 Prozent abgeschlossen.

Der Sam Water Fund von Julius Baer ist inzwischen auf 1,4 Mrd. Euro angewachsen. Damit ist fast dreimal so viel Geld im Topf wie vor einem Jahr. Bislang denkt Julius Baer aber nicht daran, den Fonds teilweise oder ganz zu schließen. "Ich sehe die kritische Grenze bei vier Mrd. Euro", sagt Manager Dieter Küffer von der Vermögensverwaltung Sustainable Asset Management (Sam). Im Gegensatz zu Portner investiert er viel stärker in kleine und mittelgroße Unternehmen. Dabei bevorzugt er Zulieferbetriebe der Wasserindustrie (60 Prozent).

In den vergangenen Monaten hat der Manager den Anteil dieser offensiven Werte gegenüber den defensiven Versorgern erhöht - trotz der Unsicherheiten am Aktienmarkt. Küffer: "Unabhängig von der Unternehmensgröße hängt die Wasserbranche kaum von der Weltwirtschaft ab. Dadurch entwickeln sich die Aktien in Abwärtsphasen überdurchschnittlich gut."

Die starke Nachfrage der Anleger nach Wasserfonds wundert die Manager nicht. "Die weltweite Nachfrage nach Wasser wächst doppelt so schnell wie die Bevölkerung", sagt Portner. Dadurch werde Wasser zunehmend knapp. Küffer zufolge steigen gleichzeitig die Herausforderungen an die Wasserqualität und die für den Transport nötige Infrastruktur.

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