Zwölfmonatsvergleich
Top-Mischfonds droht Aus in Deutschland

Beim jüngsten Zwölfmonatsvergleich der Datenagentur Feri Rating & Research von 263 flexiblen Mischfonds schob sich der Alpina V der Liechtensteiner Gesellschaft Pan Alpina knapp vor den lange Zeit souveränen Spitzenreiter Vermögensaufbau-Fonds.

HB HAMBURG. Für Bernd Förtsch war der Februar kein guter Monat. Denn neben anderen Widrigkeiten dürfte dem Kulmbacher Verleger und Fondsmanager kaum gefallen haben, dass sein aktueller Vorzeige-Fonds, der bei Hauck & Aufhäuser in Luxemburg aufgelegte Vermögensaufbau-Fonds, im jüngsten Zwölfmonatsvergleich der Datenagentur Feri Rating & Research von 263 flexiblen Mischfonds die Führungsposition einem Konkurrenzprodukt überlassen musste. Mit einem Wertzuwachs von 38,40 Prozent schob sich der Alpina V der Liechtensteiner Gesellschaft Pan Alpina knapp vor den lange Zeit souveränen Spitzenreiter.

Die neue Nummer eins sollten Anleger, die auf Mischfonds setzen wollen, allerdings mit viel größerer Vorsicht zu genießen als den Vermögensaufbau-Fonds. Dieser hat seine spektakuläre Performance - im Anlagezeitraum der vergangenen drei Jahre im Schnitt immerhin über 49 Prozent pro Jahr - unter anderem mit Übernahmekandidaten und marktengen Nebenwerten erzielt. Basis des Erfolgs ist Förtsch zufolge jedoch seine "Drei-Säulen-Strategie", ein Mix aus Standardwerten, Abfindungskandidaten und Titeln mit spekulativem Charakter.

Womit jedoch der Alpina V nunmehr den Sprung nach oben schaffte, ist für Außenstehende kaum nachzuvollziehen. Der letzte zugängliche Jahresbericht stammt vom Dezember 2004, und eine Kontaktaufnahme zum "geistigen Vater" (Liechtensteiner Volksblatt) von Pan Alpina, dem Börsenbrief-Verleger Hans Holbach, -Peter scheiterte: Holbach, der Abonnenten im Internet eine "Intensiv-Beratung" zum Honorar von 500 Euro pro halbe Stunde anbietet, reagierte weder auf telefonische noch auf elektronische Anfragen. Mehr Erfolg bei der Recherche hatte Gerd Bennewirtz vom Korschenbroicher Finanzdienstleistungsinstitut SJB Fonds-Skyline. Um eine Einschätzung zum Alpina V gebeten, nahm Bennewirtz Kontakt zur Depotbank Sella Luxembourg und zur deutschen Zahlstelle, dem Bankhaus Marcard, Stein & Co., auf.

Das Ergebnis seiner Bemühungen lässt staunen und sollte Anlegern zugleich ein warnender Fingerzeig sein: Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat dem Alpina V Ende Februar aus bisher nicht näher genannten Gründen die Vertriebszulassung entzogen. Dagegen hat Pan Alpina zwar Widerspruch eingelegt, bis auf Weiteres dürfen die Anteile des Alpina V hierzulande aber nicht mehr öffentlich angeboten werden. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. "Im Jahresbericht für 2004 ist unter anderem von einem Fehler in der Berechnung des Nettoinventarwerts und der Nichtbeachtung der Anlagegrenzen die Rede", berichtet Bennewirtz. Vor diesem Hintergrund rät der Fondsexperte auf jeden Fall zur Zurückhaltung - auch wenn der Widerspruch von Pan Alpina Erfolg haben sollte.

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